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Schloss Borbeck

Essen-Borbeck

Schloss Borbeck




Wasserschloss Borbeck

Essen-Borbeck

Fürstäbtissin Maria Kunigunde von Sachsen, Porträt von Heinrich Foelix, 1772 - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)



Schloss Borbeck
ist ein um 1360 errichtetes Wasserschloss mit einem etwa 42 Hektar großem Park. Die heutige spätbarocke Form geht auf einen Umbau im Jahre 1744 zurück, der noch von der Äbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach durchgeführt wurde. Die Schlossanlage in Borbeck besteht aus einem Haupthaus und einem langgestreckten Wirtschaftsgebäude, das nordöstlich des Hauptbaus liegt. Umgeben sind die beiden Schlossgebäude von einem 42 Hektar großen Schlosspark im englischen Landschaftsstil. Das Schloss dient heute der Kulturarbeit im Stadtteil Essen-Borbeck. Seit 1999 ist das Schloss Borbeck ein neuer Standort der Folkwang Musikschule. Im Residenzsaal finden regelmäßig Konzertveranstaltungen statt. Aber auch Veranstaltungen aus dem Bereich Jazz und Kleinkunst.


Geschichte

Essen-Borbeck

Schloss Borbeck


Das auf einen fränkischen Oberhof zurückgehende Schloss hat im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen erlebt. Als ländlicher Wirtschaftsbetrieb war es dem Essener Stift abgabenpflichtig. Als ein befestigtes Gebäude, das von einem Wassergraben umgeben war, bot es auch Schutz vor Überfällen. Für die erste urkundliche Erwähnung Borbecks wird das Jahr 869 angenommen. Borbeck erschien in einer Liste mit Abgaben an das Stift Essen. Borbeck gehörte damals zu den abgabepflichtigen Oberhöfen.


Borbecker Mark

Essen-Borbeck

Park von Schloss Borbeck


Um diese Zeit wird auch die Gründung der Dionysiuskirche vermutet, da Dionysius ein typisch fränkischer Heiliger war. Die Dionysiuskirche steht heute in Borbeck-Mitte. Die bisher herrenlosen Wälder, Heiden usw., die sogenannte Mark, wurden mit der Zeit enger in die Bewirtschaftung einbezogen. Das große Waldgebiet zwischen der Altenessener Straße und der Levinstraße wurde Gemeineigentum der Borbecker Bauern, die diese Borbecker Mark genossenschaftlich nutzten. Sie trafen sich auf dem Kirchplatz zum Hölting (= Holzberatung). Auf diesen Versammlungen wurden auch andere gemeinsame Angelegenheiten geregelt. So war schon sehr früh Borbeck-Mitte ein Mittelpunkt des Siedlungsgebietes.


Borbecker Residenz

Essen-Borbeck

Schloss Borbeck im Jahr 1756, Kupferstich nach einer Zeichnung von Franz Philipp Biesten - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Das Anwesen Borbeck wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Altendorf an die Äbtissin Berta von Arnsberg verkauft. Ihre Nachfolgerin Katharina von der Mark ließ das Schloss erbauen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts begannen die Fürstäbtissinnen, Borbeck als zweite Residenz auszubauen. Das führte dazu, dass das alte romanische Kirchlein 1339 einen vergleichsweise hohen gotischen Choranbau erhielt, damit die Fürstin mit Gefolge standesgemäß an der Messe teilnehmen konnte. Die Äbtissinnen befanden sich in einem anhaltenden Streit mit der selbstbewußten Stadt Essen. Deshalb zogen sie es mitunter vor, sich in der Borbecker Residenz aufzuhalten. Hier wurden viele regierungsamtliche Urkunden ausgestellt. Zeitweise gab es hier auch eine Münze, die unter anderem einen „Borbecker Groschen“ prägte.


Paul Clemen schreibt hierzu:

Essen-Borbeck

Schloss Borbeck - Zeichnung


Borbeck war ursprünglich ein Oberhof im Besitz der Herren de Borbecke, der 1227 durch Ritter Hermann an die Äbtissin Adelheid von Essen (1216 - 1237?) abgetreten ward. Die Burg wird zuerst 1372 erwähnt: in diesem Jahre verlegt Karl IV. hierher den Essener Freistuhl. In den J. 1590 und 1593 hatte das Schloss in den Kriegsunruhen schwer zu leiden. Die Äbtissin Elisabeth von Manderscheid und Blankenheim (1588 -1598) liess das Schloss daher neu in Stand setzen. Von da an war es neben Steele Sommerresidenz der Essener Äbtissinnen. Im J. 1744 erfolgte durch die Äbtissin Franziska Christina, Pfalzgräfin bei Rhein, der letzte durchgreifende Umbau. Ein 1790 geplanter Neubau unterblieb. Im J. 1804 wurde es an den Grafen von der Recke-Vollmestein verkauft und kam von diesem an die Reichsfreiherren von Fürstenberg. Das Hauptschloss ist ein rechtwinkeliger dreistöckiger Bau, an der Facade von zwei vierstöckigen Ecktürmen mit quadratischem Grundriss flankiert. Die ganze Aussenarchitektur zeigt die nüchternen Formen des Umbaues vom J. 1744.“ [2]


Baubeschreibung

Essen-Borbeck

Schloss Borbeck


Weiter führt er aus:

„Der Giebel ist geschweift, die Türme tragen geschweifte Hauben mit kleinen polygonalen Aufsätzen, jede der Längsseiten zeigt je acht Fenster und sechs Mansarden, auf dem Dache ein kleiner achtseitiger Dachreiter mit Schelle. Das ganze Schloss ist von tiefen und breiten Gräben umgeben und nur zugänglich auf einer 13 m langen Brücke mit zwei an den Kanten abgefassten Mittelpfeilern, die je drei Kugeln tragen. Die Brücke führt auf das Hauptportal zu, über dem, von zwei Löwen gehalten, das Essensche Wappen angebracht ist.

Darunter die Inschrift:

Von Gottes Gnaden Franzisca Christina Pfalzgräfin Bey Rhein und D.H.R.R. Fürstin und Äbtissin der Kayserlichen Freiweltlichen Stifter Essen und Thorn, in Bayern, zu Gülich, Cleve und Berg Herzogin, Fuerstin zu Moers, Grafin zu Veldenz, Sponheim, der Marck und Ravensberg, Frav zu Ravenstein, Breysig, Rellinghausen h . . . re . . . (erloschen) Anno 1744.

Westlich von dem vor dem Schloss gelegenen Rasenplan die schlossartigen Wirtschaftsgebäude, 1842 vom Reichsfreiherrn Klemens von Fürstenberg errichtet. Im Giebel eingemauert einige Renaissanceköpfe aus Schloss Horst (Kr. Dorsten). Das prächtige schmiedeiserne Gitter am Eingange zum Vorhof, vom Ende des 17. Jh., stammt von Schloss Hugenpoet bei Mintard.“ [2]




Haus Ripshorst

Oberhausen - Haus Ripshorst

...ehem. Lehnsgut Haus Ripshorst...


Im 13. und 14. Jahrhundert bildeten sich die festen Häuser oder Rittersitze Münsterhausen, Berge, Heck, Horl, Ripshorst (...das nebenstende Bild zeigt das heutige Haus Ripshorst) und Bermen heraus. Treue Gefolgsleute der Äbtissinnen wurden damit belehnt. Mit dem Haus Horl war das Marschallamt und das Pferdestrickeramt verbunden. Das Pferdestrickeramt beinhaltete die Aufsicht über die Wildpferdezucht in der Borbecker Mark. Von den Rittersitzen ist fast nichts mehr erhalten. Auf dem Gelände des Hauses Horl wurde 1920 das Krupp Stahlwerk errichtet. Reste des Hauses Berge sind die Kellergewölbe des heutigen Krankenhauses.

Weitere Informationen zum Haus Ripshorst in Oberhausen finden Sie hier....!


Schlosspark

Essen-Borbeck

Schlosspark Borbeck - das Tor stammte ursprünglich von Schloss Hugenpoet


Das Kulturzentrum Schloss Borbeck liegt inmitten eines etwa 44 Hektar großen historischen Parks im Essener Stadtteil Borbeck. Borbecks Schlosspark gilt als eine der ältesten Parkanlagen des Rheinlands, denn die Äbtissin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim ließ den auch Fürstinnenbusch genannten, zum Schloss gehörigen Buchenwald schon im 16. Jahrhundert in einen Waldpark umgestalten. Zugang zu ihm gewährt ein vom Ende des 17. Jahrhunderts stammendes schmiedeeisernes Gittertor, das ursprünglich von Schloss Hugenpoet stammt. Nachdem es ab 1846 erst am Hauptzugang der Schlossanlage gestanden hatte, erhielt es in den 1940er Jahren seinen heutigen Standort am Parkeingang. In den oberen Teil des Tores wurde das Stadtwappen von Essen übernommen.


Essen-Borbeck

Schlosspark


Der Schlosspark ist als englischer Landschaftsgarten gestaltet und stammt aus der Zeit, als Maria Kunigunde von Sachsen dem Essener Stift als Äbtissin vorstand. Zu ihrer Zeit besaß er noch Wasserspiele, Volieren, ein unechtes Grabmal, eine künstliche Ruine sowie eine kleine Insel in einem Schwanenteich. Über verschlungene Wege ist heute noch die Quelle der Borbecke erreichbar, die über einen schmalen Bachlauf Gräfte und Schlossteich speist. Im östlichen Bereich des kostenfrei zugänglichen Parks liegt die ehemalige Boxportstätte Dubois-Arena, eine Freiluftarena im Stil eines Amphitheaters, die heute für Veranstaltungen genutzt wird.


Wirtschaftsgebäude

Essen-Borbeck

Ehemaliges Verwaltungsgebäude von Schloss Borbeck - heute Folkwang Musikschule


Im Zusammenhang mit dem Streit um die Landeshoheit rückten Untertanen und Landsassen der Fürstäbtissin Anna Salome am 31.3.1662 in Essen ein und brachten den Essener Bürgermeister Leimgardt und den Stadtsekretär Krupp ins Borbecker Schlossgefängnis. Man nimmt an, dass sie im alten Turm saßen, der jetzt noch am Wirtschaftsgebäude steht. Auf dem Bild links ist das Wirtschaftsgebäude von Schloss Borbeck zu sehen. Es handelt sich um ein Haus im spätklassizistischen Stil, das 1842 im Auftrag des Reichsfreiherrn Clemens von Fürstenberg nach Plänen des Architekten Freyse gebaut wurde.


Ehemaliges Gefängnis

Essen-Borbeck

Schloss Borbeck - Turm stammt aus dem Mittelalter


Von Freyse stammte auch der Entwurf des 2. Essener Rathauses. Es wurde an der Stelle der alten Gesinde- und Wirtschaftshäuser errichtet. Die Renaissanceköpfe im Giebel stammen von Schloss Horst an der Emscher, das schmiedeeiserne Tor (Ende 17. Jahrhundert) am Zugang zum Park von Schloss Hugenpoet. Der Turm an der Nordseite (Bild nebenstehend) stammt aus dem 15. Jahrhundert. Er ist ein Überbleibsel derr mittelalterlichen Vorburg. Ursprünglich diente er als Gefängnis. Im 19. Jahrhundert beherbergte er das Archiv der Familie von Fürstenberg.


...rund um Schloss Borbeck...

Essen-Borbeck

Schloss Borbeck - Infotafel Kulturzentrum


In der Nachfolge des französischen Sonnenkönigs und von Schloss Versailles wurde das Schloss von der Fürstäbtissin Franziska Christine ab 1744 weitgehend umgestaltet. Dazu gehörte auch eine Parkanlage mit Kaskaden, geometrischen Beeten, einer Insel und einer künstlichen Ruine. Auch heute ist der Park noch sehr attraktiv und zieht besonders bei schönem Wetter viele Borbecker Bürger an. Hochzeitsleute sollten über eine Trauung im Schloss Borbeck nachdenken. Die historischen Räume werden hierfür gerne genutzt. Nach einem Spaziergang durch den Schlosspark können Sie sich im schönen Ambiente der Schloss-Gastronomie erfrischen und stärken!


Gastronomie im Schloss Borbeck

Diana und Thorsten Haneke

Telefon: (0201) 68 14 25
Fax: (0201) 64 62 764

E-Mail: kontakt@gastronomie-schloss-borbeck.de

Internet: www.gastronomie-schloss-borbeck.de


Wappen

Essen-Borbeck

Schloss-Borbeck - Wappen von Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach über dem Schlosseingang


1941 verkaufte die Familie von Fürstenberg - die auch Eigentümer von Schloss Horst in Gelsenkirchen und Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig sind- das Schloss Borbeck mit dem Schlosspark an die Stadt Essen. Nach dem Krieg waren zunächst darin Notwohnungen eingerichtet. Seit 1960 wurde es von einigen Ämtern genutzt wie Stadtarztstelle, Einwohnermeldeamt, Standesamt. Mit dem Umzug der Dienststellen in das neue Verwaltunsgebäude am Germaniaplatz wurden die Schlossgebäude frei für eine neue Nutzung.


Essen-Borbeck

Wirtschaftsgebäude


Nach einem gründlichen Umbau wurde im ehemaligen Wirtschaftsgebäude ein Bürgerzentrum eingerichtet. Dieses Gebäude wird regelmäßig auch für Ausstellungen und handwerkliche VHS-Kurse genutzt. Das Schloss Borbeck ist heute aus dem kulturellen Leben Borbecks nicht mehr wegzudenken.


Weitere Informationen:

Kulturzentrum Schloss Borbeck
,

Schloßstr. 101,
45355 Essen,

Telefon: 0201 / 88-44219

Fax: 0201 / 88-44220

E-Mail: kulturzentrum@schlossborbeck.essen.de

Internet: Kulturzentrum Schloss Borbeck


Quellenverzeichnis:

Essen-Borbeck

Seitenansicht von Schloss Borbeck


1.: Die Informationen zum Schloss Borbeck in Essen basieren auf dem Artikel Schloss Borbeck (Stand vom 12.01.2016) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Stadt und des Kreises Essen (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 2, Abt. 3). L. Schwann, Düsseldorf 1893, Seite 62–63!


Fotos Schloss Borbeck




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