Haus Horst
Essen-Horst
Haus Horst
Haus Horst
Essen-Horst
Karte "Theatrum Orbis Terrarum, sive Atlas Novus in quo Tabulæ et Descriptiones Omnium Regionum" von Willem und Johannes Blaeu -1645" - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)
Im Essener Stadtteil Horst steht hoch über den Ruhrauen die Burg Horst. Von der einstigen mittelalterlichen Burganlage sind noch die ehemalige Kapelle aus dem Jahr 1359, der östliche Wirtschaftstrakt und die Vorburgmauer mit zwei Türmen erhalten. Die Ursprünge von Haus Horst sind weitgehend unbekannt. Die Herren von Horst sind urkundlich seit dem 12. Jahrhundert belegt während der Adelssitz selbst erst ab dem 14. Jahrhundert nachgewiesen weden kann. Um 1226 beklagt das Reichsstift Essen den Verlust der sogenannten märkischen Gemeinden (Steeler Berg, Freisenbruch, Horst und Eiberg) durch gewaltsame Abtrennung in den Wirren durch den Grafen Adolf III. nach dem Tode Engelberts von Köln und der Hinrichtung Friedrichs von Isenburg.
Ostgrenze des Stiftes Essen
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Haus Horst
Geboren als Engelbert von Berg, erhielt er später den Beinamen "der Heilige". Sein Geburtsdatum wird auf das Jahr 1185 oder 1186 datiert, der Geburtsort war Schloss Burg an der Wupper, ermordet wurde er am 7. November 1225 in einem Hohlweg bei Gevelsberg. Bekannt wurde er als Engelbert I. Erzbischof von Köln, sowie als Engelbert II. Graf von Berg. Dadurch wurde das alte Steeler Territorium zerschlagen. Die neue Ostgrenze des Stiftes Essen verlief entlang des Mühlenbachs in Steele. In dem Frieden nach den Isenbergschen Wirren im Jahre 1243, wurde das Gebiet Graf Adolf von der Mark zugesprochen. 1368 wurde die Mark mit Kleve, 1521 auch mit Jülich-Berg-Ravensburg durch Personalunion verbunden. 1609 starb das Herzogenhaus aus, die Länder Kleve und Mark fielen an Brandenburg, später Preußen.
Ruhrfurt am Hellweg
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Die Kapelle und die Meierei (aus dem 17. Jahrhundert) werden heute zu Wohnzwecken genutzt. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Vryburg, eine frühmittelalterliche Wallanlage. Die Vryburg und Haus Horst sind ehemalige Befestigungsanlagen, die vermutlich zum Schutz einer Ruhrfurt am Hellweg angelegt wurden. Während Haus Horst noch heute trutzige Mauern und Turme vorweist, haben sich von der älteren Vryburg nur Wälle und Gräben erhalten. 1934 brachten Untersuchungen auf der Vryburg Funde zu Tage, die bis in das 8. Jahrhundert zurückreichen. Es konnte bislang jedoch nicht geklärt werden, ob die Vryburg ein direkter "Vorgänger" des benachbarten Hauses Horst ist.
Vryburg
Auf der nördlichen Hochfläche zur Ruhrniederung im Stadtteil Horst liegt die mittelalterliche Ringwallanlage Vryburg. Die vierseitige, ca. 110 m x 100 m große Anlage wird an der Nordostseite von einem doppelten Graben umsäumt. Die Grabentiefe beträgt durchschnittlich 2,50 m. Reste der Gräben, die die Südost- und Südwestseite sicherten, sind im Gelände gut erhalten, lediglich im nordwestlichen Bereich sind diese Gräben verfüllt, aber als Senke im Gelände zu erkennen. Ein im Burgareal befindliches Fachwerkhaus steht auf einer leicht erhöhten Kuppe. Weitere Reste einer älteren Bebauung sind obertägig nicht erhalten.
Die Herren von Horst
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Mauern der Vorburg von Haus Horst
Im 13. Jahrhundert war die Burganlage im Besitz der Herren von Horst. Um 1280 wurde urkundlich belegt, dass die Herren von Horst (...von der Horst) - Heinrich von Horst - als Drosten (Ritter) der Grafen von Berg die dortige Gerichtshoheit ausübten. 1282 ist sein Bruder Hugo als Marschall der Essener Fürstäbtissin Berta von Arnsberg belegt. Die Familie war damit in den Stand von Ministerialen aufgestiegen, was dem Rang eines unfreien Ritters entsprach. Damit gehörte sie zu den bedeutendsten Geschlechtern im Gebiet des Reichsstiftes Essen.
1286 werden die Herren von Horst im Zusammenhang mit der Errichtung der Burg Horst in Gelsenkirchen erwähnt, an deren Stelle später das Renaissanceschloss Horst tritt, da nach einem Brand 1554 die Burg abgerissen werden musste. Erbauer des Schlosses war Rütger von der Horst (1519 - 1582), dessen Vorfahren von der Burg Horst auf den Ruhrhöhen im heutigen Stadtgebiet Essen stammten. Ab dem 15. Jahrhundert ist die Burg im Besitz verschiedener adeliger Familien, so 1457 Bernd von Voerst (Vaerst), 1663 Johann von Reede und 1674 Jobst Dietrich Freiherr zu Wendt.
Oberhof Stiepel
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Interessant ist eine Grabplatte in der Evangelischen Kirche in Bochum-Stiepel mit folgender Inschrift: "Anno 1552 de 2. October starf Wenmer von der Reck her to Stipel. Wennemar v. d. Recke erhielt 1515 den Oberhof Stiepel und Haus Kemnade zu Lehen. Am 8. 3. 1535 übertrug ihm der Herzog von Kleve auch die Verwaltung seines Amtes Blankenstein, er führte diese bis zu seinem Tode. Geboren wurde Wennemar 1485 auf Haus Horst bei Steele an der Ruhr, von dem seine Mutter Neyse (Agnes) von Vaerst stammte".
Text zur Grabplatteninschrift aus "Die in der evangelischen Kirche in Stiepel freigelegten Grabsteine" von Dr. Höfken.
Besitzerwechsel
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Es erfolgten weitere Besitzerwechsel und um 1840 ließ der Sohn des damaligen Pächters Wilhelm Niemann auf dem westlichen Gelände des Rittersitzes die heutige Villa Vogelsang errichten. Der Rittersitz Haus Horst ging 1910 durch eine Versteigerung in den Besitz des Unternehmers Wilhelm Vogelsang über und blieb bis in die 1970er Jahre im Familienbesitz. 1934 erfolgten unter dem damaligen Direktor des Ruhrlandmuseums, Dr. Ernst Kahrs, Ergänzungen und Restaurierungen des südlichen Teils der Anlage. Eine Keramikscherbe aus dem 14/15. Jahrhundert war der älteste Fund, der 1934 bei Untersuchungen entdeckt wurde.
Essen-Horst
Haus Horst
Erhalten geblieben sind bis heute ein Turnierhof, Gewölbereste und Mauern aus dem 16./17. Jahrhundert, die Kapelle aus dem Jahre 1359 mit einem romanischen Gewölbe und einem Aussätzigenfenster, sowie die Meierei von 1680, die heute, wie auch die Kapelle, bewohnt wird. Die Meierei wurde aus den Steinen der Ruinen der Hauptburg erbaut. Da das gesamte Anwesen als Zeugnis der mittelalterlichen Herrschaftstrukturen angesehen wird, hat Haus Horst nicht nur Bedeutung für die Ortsgeschichte von Steele-Horst sondern insgesamt für die Geschichte der Stadt Essen.
Die Burg und das angrenzende Grundstück befinden sich heute in Privatbesitz und eine Besichtigung ist somit nicht möglich. An der rechten Seite von Haus Horst führt ein Spazierweg direkt zur Ruhr hinunter und zum Mahnmal, vorbei an den hohen Mauern der einstigen Burganlage, die am besten in der vegetationslosen Zeit zu besichtigen sind.
Quellenangabe:
Inhalte zur Stadtgeschichte Essen - Haus Horst - stammen aus "Haus Horst in der Essener Denkmalliste", sowie Recherchen im Essener Stadtarchiv.
Website: Stadtarchiv Essen
E-mail: info@archiv.essen.de
Weitere Inhalte zur Geschichte von Haus Horst basieren auf dem Artikel Haus Horst (Essen) (Stand vom 22.09.2010) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB]
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