Schloss Haag
Geldern - Schloss Haag
Überblick
Geldern - Schloss Haag
Schloss Haag in Geldern, Lithografie aus dem 19. Jahrhundert (Alexander Duncker 1813-1897) - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)
Schloss Haag am Bartelter Weg (direkt am Golfplatz) liegt nördlich von Geldern in malerischer, naturnaher Umgebung unweit der Niers. Das Anwesen ist eine bedeutende spätmittelalterliche Anlage aus dem 15. Jahrhundert. Die erste Erwähnung datiert aus dem Jahr 1337. Erhalten sind die innere Vorburg mit Wehrgang und vier Türmen sowie die äußere, zweite Vorburg von 1688, das Haupthaus von 1664 wurde 1945 in den letzten Kriegstagen vollkommen zerstört. Besichtigung der inneren Vorburg im Rahmen eines Besuchs von Restaurant und Golfclub möglich, die äußere Vorburg ist im Privatbesitz.
Geschichte
Geldern - Schloss Haag
Der Name von Schloss Haag leitet sich von dem altdeutschen Wort haeg ab, das ein Gehölz bezeichnete. Trotz großer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist es auch heute noch als eine einst stark befestigte Burganlage des Spätmittelalters zu erkennen. 1337 wird erstmal ein Hof in ghen Haege urkundlich erwähnt, der sich zu jener Zeit im Besitz Konrads von Issum befand. Jahre später wird sogar von zwei Höfen gleichen Namens berichtet, die einem Johann von Boedberg gehörten. Nachdem Haag 1382 an die Grafschaft Geldern kam, gehörte die Anlage als Unterlehen zum Haus Hoenselaer. Zu jener Zeit war der Enkel Johanns, ebenfalls mit Namen Johann, Besitzer auf Haag. Er gehörte zu der einflussreichen, geldrischen Ritterschaft und erwarb im Jahr 1431 das Erbmarschallsamt.
Familie Hoensbroech
In direkter Erbfolge kam Schloss Haag dann an Adrian, Cornelius und wieder einen Cornelius von Boedberg. Als jener Cornelius 1585 unverheiratet starb, trat sein Bruder Arnold die Nachfolge an. Aber auch er starb 1613, ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen, und so kam das Schloss an Ulrich, Herr von Hoensbroek, der mit Johanna von Boedberg, der Schwester Arnolds und Cornelius', verheiratet war. Ulrichs Sohn Adrian übernahm den Besitz samt dem dazugehörigen Erbmarschallsamt im Jahre 1618. Dessen Sohn, Arnold Adrian, war Gesandter des spanischen Königs Karl II., der ihn 1675 für seine Verdienste in den Rang eines Marquis erhob. Nach Arnold Adrian folgten weitere elf Generationen der Familie Hoensbroech, die über Schloss Haag geboten. Ende des 18. Jahrhunderts löste es Schloss Hoensbroek (bei Heerlen, Niederlande - Provinz Limburg) als Stammsitz der Familie ab. Es ist auch heute noch im Besitz der Reichsgrafen von und zu Hoensbroech.
Spanisch-Niederländischer Krieg
Geldern - Schloss Haag
Im 14. Jahrhundert waren die Höfe von Wäldern und Sümpfen umgeben. Sie wurden von ihren Eigentümern allmählich zu einem wehrhaften Rittersitz ausgebaut. Heute besteht Schloss Haag aus der ehemaligen Vorburg und einem nördlich vorgelagerten Vorhof. Das einstige Herrenhaus ist nicht mehr erhalten. Während des spanisch-niederländischen Krieges hatte die seinerzeit stark befestigte Anlage unter dort einquartierten Truppen zu leiden, die es 1584 ausplünderten, teilweise abrissen und den Vorhof niederbrannten. Um weitere Besatzungen zu vermeiden, wandte sich der Magistrat der Stadt Geldern auf Bitte des Freiherren Arnold von Boedberg an den Statthalter der habsburgischen Niederlande, Alessandro Farnese, mit der Bitte, die Befestigungsanlagen von Schloss Haag schleifen zu lassen; mit Erfolg, denn die Wälle wurden niedergelegt und Befestigungsmauern abgerissen.
Zerstörung im II. Weltkrieg
Obwohl das Schloss während der Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg mit Rotkreuz-Fahnen als Lazarett gekennzeichnet war, beschädigten Bombenangriffe der Alliierten es am 28. Februar 1945 sehr stark. Sein Westflügel und das Herrenhaus samt seiner wertvollen Kunstsammlung wurden vollständig zerstört. 1967 erfolgte an der Westseite eine Rekonstruktion der noch erhaltenen Ringmauer samt Wehrgang und Schießscharten, das Herrenhaus wurde jedoch nicht wieder aufgebaut. Die parkähnliche Umgebung der Schlosses geht auf Gartenanlagen des 17. und 19. Jahrhunderts zurück. Die Vorburg mit ihren runden Ecktürmen und dem quadratischen Torturm im Südwesten stammt in ihrer Grundsubstanz wahrscheinlich aus einer einzigen großen Bauphase in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Torturm war der frühere Eingang zur Burganlage.
Berühmte Gäste
Kaiser Napoleon I.
Napoleon Bonaparte (19. Jahrhundert) - Bildquelle: Wikipedia - Autor: After Paul Delaroche (1797–1859) - Lizenz s.u.
Im Laufe seiner langjährigen Geschichte haben die Gebäude schon manch prominenten Besucher erlebt. Friedrich der Große gehörte ebenso dazu wie Kaiser Napoleon Bonaparte, der die Anlage am 12. September 1804 besuchte. 1814 war Zar Alexander I. zu Gast, und 1863 weilte König Wilhelm I. anlässlich der 150-jährigen Zugehörigkeit Gelderns zu Preußen dort. Das Schloss Haag ist auch heute noch Wohnsitz der gräflichen Familie. Das Gut wird von Katja Gräfin von und zu Hoensbroech verwaltet. Die äußere Vorburg dient der gräflichen Familie heutzutage zu Wohnzwecken und ist demnach privat. In der Vorburg sind ein Restaurant und Büros beheimatet, während das Außengelände als Golfanlage dient. Die Hofanlage kann besichtigt werden.
Golfplatz Schloss Haag
Auf einem Teil des Geländes von Schloss Haag entstand 1995 ein Golfplatz. Die Eröffnung aller 18 Bahnen war am 21. Juni 1997. Etwa 2 Jahre vorher konstituierte sich der Golfclub Schloss Haag e.V. und 1996 wurde eine Betreibergesellschaft gefunden. Die Anlage des Golfplatz Schloss Haag fügt sich ein in die typische Auenlandschaft des unteren Niederrheins, die von Hecken und Waldstrichen mit altem Baumbestand durchzogen ist. In unmittelbarer Nähe liegt die historisch interessante Kleinstadt Geldern mit etwa 30 000 Einwohnern.
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- Geldern - Ortsteil Vernum
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- Geldern - Ortsteil Kapellen
Quellenangabe:
Die Geschichte zum Schloss Haag basiert auf dem Artikel Schloss Haag (Stand vom 26.12.2010) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht zusammen mit der Grafik Kaiser Napoleon I. unter der GNU-Lizenz [27 KB]
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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