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Goch - Ortsteil Pfalzdorf

Goch - Ortsteil Pfalzdorf

Evangelische Kirche in Pfalzdorf




Pfalzdorf

Goch - Ortsteil Pfalzdorf

...ehemalige Molkerei...



Die Ortschaft Pfalzdorf liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist ein Stadtteil von Goch. Pfalzdorf gehört seit 1741 zur Pfälzischen Sprachinsel am Niederrhein. Benachbarte Orte sind Louisendorf im Nord-Osten, Nierswalde im Westen, Asperden im Süd-Westen, Keppeln im Osten, Bedburg-Hau im Norden und Goch im Süden. Das Gebiet ist ein riesiges Areal unterschiedlichster Landschaftsräume. Von Bedburg-Hau nach Pfalzdorf sind es etwa 7 Kilometer und ein Teil des Weges verläuft eine Bahnstrecke paralell zur Straße.

Goch - Ortsteil Pfalzdorf

Hotel Auler - ehemalige Restauration zum Deutschen Kaiser


Auf der linken Seite Wald soweit das Auge reicht und rechts über die Bahngleise blickt man auf Teile der Gocher Heide. Mittendrin hier und da ein Bauernhof mit der unverkennbaren Pfälzer Front (Stirnseite der Häuser ähneln sich alle) und drum herum ganz viel Landwirtschaft. Nach einer Weile kommt man zu einer Ansiedlung, die wie das Zentrum des Ortes aussieht. Ein Haus auf der Ecke (Titelbild) war mal die Gaststätte "Pfälzerhaus". Etwas weiter in den Ort hinein stößt man auf die Evangelische Kirche - es gibt oder gab (?) zwei Gemeinden, eine lutherische und eine reformierte.


Ostkirche

Goch - Ortsteil Pfalzdorf

Ostkirche in Pfalzdorf


Die zweite Kirche befindet sich in der Ortsmitte. Sie ist etwas kleiner als die erste und steht zur Zeit leer. Jemand sagte mir, dass die Kirche verkauft werden soll. Fast gegenüber der noch intakten Evangelischen Kirche befindet sich das Pfälzer Zentrum mit Festhaus, Spielplatz, Gedenkstätte und einem großen Festplatz. Direkt gegenüber wird an einer Hauswand die Pfälzer Chronik in Bild und Schrift festgehalten. Man spürt immer noch die Bodenständigkeit der Menschen, die dieses riesige Gebiet urbar gemacht haben. Bis heute haben sie sich ihre Eigenständigkeit bewahrt. Vor der Festhalle steht ein Gedenkstein mit der Abbildung eines Bauern, der mit dem Pferd sein Land pflügt. Darunter steht der Satz: Die Wüste wird zum Acker werden!


Goch - Ortsteil Pfalzdorf

Schienennetz der ehemaligen Pfalzdorfbahn


Pfälzer Chronik

1741 - Ankunft der Pfälzer in Schenkenschanz;
14.10.1741 - Landzuweisung auf der Gocher Heide;
1742/43 - Mehrmalige Ausweisungsanordnung wegen fehlender Barschaft;
2.4.1743 - Bittschrift zweier Pfälzer an König Friedrich II. von Preußen;
1745 - Eröffnung der Schule;
1748 - Einweihung Friedhof Kreuzung Ostkirchstr. - Hunsrückstr.;
1749 - Ortsname Pfalzdorf;
1775 - Einweihung der reformierten Kirche;
1779 - Grundsteinlegung der lutherischen Kirche;
1799 - Pfalzdorf wird selbstständige Gemeinde;
1898 - Bau des Bürgermeisteramtes;
1921 - Vereinigung der luth. und ref. Kirche;
1969 - Eingemeindung in die Stadt Goch;


Kolonisten

Goch - Ortsteil Pfalzdorf

Pfarrkirche St. Martinus Pfalzdorf


Im Mai 1741 verlassen drei Rheinschiffe mit Aussiedlern aus dem Hunsrück ihre Heimat. Sie wollen den Auswirkungen eines langen Krieges und der damit verbundenen religiösen Unterdrückung entfliehen. Ihr Ziel ist Amerika und hier der Staat Pennsylvania. Ihr Weg führt sie zuerst über die Niederlande. Die Gruppe reformierter und lutherischer Auswanderer will über den Rhein nach Rotterdam, um von dort nach Amerika überzusetzen. Die Niederländer verweigerten ihnen jedoch bei Schenkenschanz die Weiterreise über den Rhein nach Rotterdam. Sie verlangten die Vorlage einer Schiffspassage, die jedoch schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu erhalten war, weil gerade der Seekrieg zwischen Spanien und England ausgebrochen war. Die Englisch-Niederländischen Seekriege wurden im 17. und 18. Jahrhundert zwischen Großbritannien und der Republik der Vereinigten Niederlande, von 1581 bis 1795 Vorläufer der heutigen Niederlande, ausgetragen.


Gocher Heide

Goch - Ortsteil Pfalzdorf

Gocher Heide


Den Schiffseignern war eine Fahrt nach Amerika wegen der Kriegsereignisse zu gefährlich und die Niederländer befürchteten eine Zunahme von Flüchtlingen und damit verbunden ein langer Aufenthalt in den Seestädten der Republik. So mußten die Aussiedler die Schiffe verlassen und sie baten die Klever Kammer um Landzuweisung. Im Herbst 1741 wies die Stadt Goch kurpfälzischen Auswanderern einen Teil der Gocher Heide als Siedlungsgebiet zu. Dieses Gebiet im Besitz der Stadt Goch war ein 10.000 Morgen großes Gelände, welches um 1458 von Arnold von Egmond, Herzog von Geldern, der Stadt geschenkt worden war. Dieses Land wurde den Kurpfälzern, die sich selbst als "Pfälzer" bezeichneten, zur Verfügung gestellt. Es lag nur rund 250 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. In den esrten Jahren hatten die Emigranten mit finanziellen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, die zu wiederholten Landesverweisungen führten.


Ansiedlung von Auswanderern

Goch - Ortsteil Pfalzdorf

...ehemaliger Bahnhof der Pfalzdorfbahn...


Sie wandten sich daher mit einer Bittschrift an den Preußischen König Friedrich den Großen, der am 30. April 1743 der Kriegs- und Domänenkammer Kleve und dem Magistrat Goch in einem Spezialbefehl aufgab, die Siedler zu unterstützen. Nach den ersten Erfolgen der Kolonisten auf der Gocher Heide entwickelten die preußischen Behörden Interesse an der weiteren Ansiedlung von Auswanderern. Bis 1771 siedelten sich weitere Kolonisten an, die fast ausschließlich aus dem Raume Hunsrück stammten. Danach war der Heidegrund fast restlos vergeben. Der Name Pfalzdorf wird 1747 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1745 wurde die Siedlung als Pfalzorth bezeichnet. Am 1. Juli 1969 wurde Pfalzdorf beim 1. kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen wieder in die Stadt Goch eingemeindet.


Quellenhinweis:


Die Informationen zur Geschichte von Pfalzdorf basieren auf dem Artikel Pfalzdorf (Stand vom 21.10.2007) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos aus Pfalzdorf




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