Zeche Friedrich Heinrich
Kamp-Lintfort - Bergwerk West
Zeche Friedrich Heinrich in Lintfort
Überblick
Die Zeche ist benannt nach dem ehemaligen Besitzer der Kohlefelder, Friedrich Heinrich von Diergardt, der sie 1869 von seinem Vater erbte. Seine Erben wiederum verkauften später die Felder, da sie selbst kein Interesse an der Kohlegewinnung hatten. Doch der Name der Kohlefelder blieb und übertrug sich später auch auf das Bergwerk selbst. Nach Probebohrungen in den Jahren 1901 - 1904 entschloss man sich 1906 zur Gründung der Aktiengesellschaft Steinkohlenbergwerk Friedrich Heinrich AG. Mit dem Abteufen von Schacht I wurde im Jahr 1907 begonnen.
Friedrich Heinrich von Diergardt
Zugleich wurde auf der Lintforter Heide mit dem Bau der ersten Zechensiedlungen, der Alt-Siedlung Friedrich-Heinrich begonnen, die Grundlage für die spätere Stadt Kamp-Lintfort wurden. Die Kohleförderung wurde am 1. Juli 1912 aufgenommen. Die Tagesanlagen wurden in anspruchsvoller Architektur gebaut. Auf der Schachtanlage Friedrich Heinrich I/II wurde auch eine Kokerei errichtet. Eine französische Firma - Les Petit-Fils de François de Wendel & Cie - besaß seit 1914 die Aktienmajorität an der "Friedrich Heinrich AG". Die Besitzverhältnisse blieben mit Unterbrechung im Dritten Reich bis zur Gründung der Ruhrkohle AG im Jahre 1968 bestehen.
Halde Norddeutschland
Kamp-Lintfort - Bergwerk West
Zeche Friedrich Heinrich in Lintfort
1928 - 1931 wurden südlich der Hauptanlage der Zeche Schacht III (Schacht „Norddeutschland) abgeteuft, in dessen unmittelbarer Nähe heute die Halde Norddeutschland liegt. Zwei Millionen Tonnen Kohle förderte die Zeche gegen Ende der 1930er Jahre. Die wesentlichen Teile der Tagesanlagen der Zeche wurden bedingt durch die starken Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs erneuert. Dazu zählt auch die Kokerei, die in den Jahren 1947 - 1954 Zug um Zug durch einen Neubau mit 160 Öfen ersetzt und bis 1978 betrieben wurde. 1956 wurde der Schacht I mit einer neuartigen Turmförderanlage versehen, die mit zwei Vierseil-Gefäßförderungen ausgestattet wurde.
Kamp-Lintfort - Bergwerk West
Zeche Friedrich Heinrich in Lintfort (Bergwerk West) - Schacht I/II
Sie dient noch heute der Hauptförderung des heutigen Bergwerks West. 1956 kam noch ein vierter Schacht hinzu, dessen Planung schon vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begonnen hatte. Dieser Schacht wurde 1964 vollständig in Betrieb genommen. 1993 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Verbundbergwerk Rheinland zum „Verbundbergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland“. Das Bergwerk West der Deutschen Steinkohle AG (DSK) ist auch heute noch in Betrieb.
Bergbaumuseum
Kamp-Lintfort - Bergwerk West
Zeche Friedrich Heinrich in Lintfort (Bergwerk West) - Schacht I/II
Mit viel Liebe und Engagement hat hier die "Fördergemeinschaft für Bergmannstradition linker Niederrhein" e.V. in ihren Vereinsräumen eine Ausstellung über den Bergbau geschaffen. Zu sehen sind verschiedene Grubenlampen in ihrer Entwicklung, Medaillen mit Bergbau-Motiven, die verschiedensten Werkzeuge und Messgeräte, sowie umfangreiches Anschauungsmaterial in Form von Modellen, Fotos, Schriften, Videos und Filmen über den Bergbau.
Der Eintritt ist kostenlos, geöffnet ist das Museum jeden Dienstag von 9.00 bis 11.00 und nach Vereinbarung. Telefon: (02842) 6424 oder 81548
Geologisches Museum
Grundstock dieses einzigartigen Museums war die Gesteinssammlung des örtlichen Bergwerks, die seit Gründung im Jahre 1907 kontinuierlich aufgebaut wurde. Die große Sammlung zahlreicher Fossilien, Gesteine, Mineralien und Abdrücke wurde 1987 zu einem Museum umgestaltet und weiter ausgebaut.
Adresse:
Touristische Region Niederrhein
Kontaktadresse Geologisches Museum
Moerser Straße 167
47475 Kamp-Lintfort
Telefon: 02842 / 33649
Quellenangabe:
Die Informationen zur Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort basieren auf dem Artikel Zeche Friedrich Heinrich (Stand vom 04.09.2009) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB]
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Interessante Links:
Wappen der Stadt Kamp-Lintfort
- Info Kloster Kamp
- Info Haus Eyll
- Info Ortsteil Hoerstgen
- Info Zeche Friedrich Heinrich
- Info Jüdischer Friedhof
- Info Schloss Dieprahm
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