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Krefeld - Hüls

Stadt Krefeld - Hüls

Gasthof zur Rose aus dem Jahr 1588




Überblick

Stadt Krefeld - Hüls

Marktplatz mit der Kirche St. Cyriakus



Hüls befindet sich im Norden der Stadt Krefeld und ist eingebettet in die herrliche Landschaft des Niederrheins. Im Osten von Hüls befindet sich die Naturlandschaft Hülser Bruch und der Hülser Berg. Hüls ist ein Stadtteil der Stadt Krefeld und der Name „Hüls“ ist eine Ableitung vom niederdeutschen Wort „hulis“, die Stechpalme bzw. Stecheiche. Urkundlich erwähnt wurde Hüls erstmals im Jahr 1112. Der Ort konnte somit 2012 sein 900-jähriges Bestehen feiern. Hüls ist aber auch der jüngste nach Krefeld eingemeindete Stadtteil, denn er gehört erst seit 1975 zur Seidenweberstadt. Hüls liegt im Grünen, hat ein eigenes Krankenhaus und ein Geschäftszentrum.

Geschichte

Stadt Krefeld - Hüls

...ehemalige Klosteranlage Klausur...


Was den Krefelder Stadtteil Hüls (16 000 Einwohner) so anziehend macht, ist die zum Teil noch erhaltene historische Altstadt mit den vielen Bürgerhäusern, der St. Cyriakus-Kirche, den ehemaligen Klosteranlagen Klausur und Konvent, in denen heute Privatleute wohnen. Nicht zuletzt natürlich die sehenswerten Resten der Hülser Burg mitten im Stadtgebiet und der Marktplatz. Auch die Umgebung von Hüls mit dem Hülser Bruch und dem Hülser Berg lädt zu ausgedehnten Wanderungen und Spaziergängen ein. Auf dem Hülser Berg befindet sich eine Wallanlage aus der Eisenzeit (750 - ca. 15 v. Chr.).


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Hülser Burg


Auch die Römer haben in Hüls ihre Spuren hinterlassen, so sind in der Nähe des Friedhofs Scherben- und Ziegelfunde aus dem 2.- 3. Jahrhundert n. Chr. auf dem Gelände einer Villa rustica mit Gräberfeld belegt. Als villa rustica bezeichnet man ein Landhaus beziehungsweise Landgut im Römischen Reich. Die erste urkundliche Erwähnung der Herren von Hüls („Retherus de Holese“) ist im Jahre 1112 n. Chr. zu verzeichnen. In dieser Zeit wurde die erste "alte" Burg in der Nähe des heutigen Hülser Freibades erbaut. Im 14. und 15. Jahrhundert bauten die Herren von Hüls ihren Besitz zur Herrlichkeit Hüls aus, die zum kurkölnischen Amt Kempen gehörte.



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Bürgerhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert


Die „Herrlichkeit Hüls“ hatte ein Schöffengericht und war ein Marktort. Zu dieser Zeit erlangte die katholische Kirchengemeinde St. Cyriakus ihre Selbstständigkeit von Kempen. Um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert entstanden die beiden Frauenklöster „Von der Verkündigung Mariens“ (1398, genannt „Klausur“) und „St. Cäcilia“ (1468, genannt „Konvent“). Im Jahre 1363 wurde durch Erbteilung an Mathias von Hüls ein Drittel von Hüls - mit dem heutigen Bodendenkmal "Papenburg" – abgespalten. Dieses ging später an die Grafschaft Moers – jener Ortsteil wurde dann als „Hülsisch Moersische Straße“ bezeichnet (der Teil nördlich etwa ab dem Bottermaat). Friedrich von Hüls erbaute die zweite Burg schließlich im Jahre 1455.


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...ehem. Klosteranlage Klausur


Deren Ruinen sind noch erhalten und wurden mittlerweile saniert und wiederaufgebaut. 1565 starb mit Katharina von Hüls das Rittergeschlecht aus. Nach Erbstreitigkeiten fiel die Herrlichkeit Hüls an eine entfernt wohnende Adelsfamilie. Hüls wurde bis zur französischen Zeit von Amtsmännern dieser Familie verwaltet. 1661 bestanden in Hüls 111 Höfe und Häuser mit ca. 800 Einwohnern. Neben der Schnapsbrennerei gehörten zu dieser Zeit die Weberei, Ziegel- und „Pottbäckerei“ (Töpferhandwerk) sowie die Landwirtschaft zu den Haupteinnahmequellen der Bevölkerung. Im Jahre 1636 stürzte der Hülser Kirchturm ein.


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Alter Stich von Matthäus Merian - Schlacht auf der Kempener (Hülser) Heide am 17. Januar 1642 - Ausschnitt - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


1642 kam es während des Dreißigjährigen Krieges in der Schlacht auf der Hülser Heide zur kriegerischen Auseinandersetzung zwischen kurkölnischen und hessisch-weimarischen Truppen, wobei die kurkölnischen Truppen besiegt wurden. 1798 vereinigten die Franzosen die früher getrennten Hülser Ortsteile mit der Honnschaft Benrad zur „Mairie de Huls“, die dem Kanton Kempen zugeteilt wurde. Die beiden Klöster „Klausur“ und „Konvent“ wurden 1802 aufgelöst. Durch den Wiener Kongress wurde das Rheinland im Jahre 1815 Preußen zugesprochen, und Hüls wurde zu einer Gemeinde des Landkreises Kempen.


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...die sehenswerten Reste der Hülser Burg...


Zu diesem Zeitpunkt hatte Hüls 1500 Einwohner. 1847 wurde ein Krankenhaus im ehemaligen „Konvent“ eingerichtet. Von 1865 bis 1868 wurde die Pfarrkirche St. Cyriakus neu gebaut und im Portalbereich mit Arbeiten unter anderem mit Skulpturen von Edmund Renard d. Ältere gestaltet. Bei diesem Bauvorhaben mussten Teile der „Klausur“ aus Platzgründen abgerissen werden. Die erste Eisenbahnlinie verband Hüls mit Krefeld im Jahre 1870. Die Straßenbahnlinie Hüls-Krefeld wurde 1883 erbaut. Versorgt wurde Hüls zu dieser Zeit von einem eigenen Gaswerk (ab 1897) und einem Wasserwerk (ab 1908). Der Wasserturm in der Cäcilienstraße ist heute ein Wahrzeichen von Hüls. Am 1. Januar 1970 wurde Hüls nach Kempen eingemeindet. Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge der Gebietsreform jedoch die Herauslösung aus dem Kempener Stadtgebiet beschlossen und Hüls zu einem Stadtteil von Krefeld.


Hülser Burg

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Hülser Burg


Die Burg Hüls ist eine ehemalige Wasserburg im Krefelder Stadtteil Hüls und befindet sich in etwa in der Ortsmitte. Erbaut wurde sie ab 1455, als Erzbischof Dietrich II. von Moers dem Ritter Friedrich von Hüls erlaubte, im Bruch östlich von Hüls eine Burg zu bauen. Als Baumaterial wurde damals Backstein verwendet. Urkundlich erwähnt wurde Hüls erstmals im Jahre 1112. Das Rittergeschlecht der Herren von Hüls regierte den Ort von der Burg Hüls aus bis ins 16. Jahrhundert, wo im Jahre 1565 die letzte Hülser Herrin, Katharina, ohne Leibeserben verstarb. Im Jahre 1492 war die Burg Schauplatz eines Hexenprozesses gegen Nesgen tho Range vom Inrath.




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Hülser Burg


In zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen des 16. und 17. Jahrhunderts, unter anderen im Truchsessischen Krieg im Umfeld der Schlacht bei Hüls im Jahre 1583 und im Dreißigjährigen Krieg nach der Schlacht auf der Hülser Heide im Jahre 1642, wurde die Burg mehrfach zerstört. In der Pfingstnacht 1686 ist nach Aussagen von Zeitzeugen das Herrenhaus der Burg letztendlich in sich zusammengefallen. Seitdem war die Burg eine Ruine, die nicht wieder aufgebaut wurde. Zur Sanierung der Burg haben die Mitglieder der Vereine "Hülser Heimatverein" und der "Hülser Sportverein" ehrenamtlich bis Ende 2006 über 16000 Arbeitsstunden erbracht. Dabei wurden sie von ortsansässigen Firmen mit zahlreichen Sachspenden unterstützt. Die beiden beteiligten Vereine erhielten im Jahre 2005 den Denkmalpreis der Stadt Krefeld für ihre vorbildliche Initiative.


Konventskirche

Stadt Krefeld - Hüls

...ehemalige Konventskirche...


Die Konventskirche war die Kirche eines ehemaligen Hülser Klosters, das etwa um das Jahr 1400 entstand. In diesem Kloster lebten in häuslicher Gemeinschaft fromme Frauen, die sich dem dritten Orden des hl. Franziskus (dem sog. Orden von der Buße) angeschlossen hatten. Im Jahre 1460/61 wurde die Kapelle errichtet. Die Weihe erfolgte am 17. Oktober 1461 durch den Kölner Weihbischof Heinrich von Vennekamp. Wie das Kloster selbst ist das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte mehrfach durch Brand in Mitleidenschaft gezogen und beim Wiederaufbau verändert worden. Erhalten geblieben ist der östliche Teil der Kirche, der aus dem Chor und einem breiten Joch besteht. Der westliche Teil in Form dreier kürzerer Joche wurde nach einem Brand im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts errichtet. Im westlichen Teil der Kirche befindet sich auch die barocke Nonnenempore, von der aus die Nonnen die Gottesdienste verfolgten.



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...ehemalige Konventskirche...


Vermutlich existierte hier bereits eine ältere Empore, die ein Raub der Flammen wurde. Ebenfalls im westlichen Teil der Klosterkirche legte man ein Tonnengewölbe als Begräbnisraum für die Schwestern an. Er ersetzte den nördlich der Kirche gelegenen alten Klosterfriedhof. Im Jahre 1806 löste Napoleon im Rahmen der Säkularisation das Kloster St Cäcilia auf und verfügte, dass die Kirche des Konvents der katholischen Kirchengemeinde St. Cyriakus als Hilfskapelle dienen soll. Im Zweiten Weltkrieg stürzte bei einem Luftangriff der östliche Teil des Gewölbes der Konventskirche ein und zerstörte u. a. den barocken, im Jahre 1652 geweihten Kreuzaltar, von dem nur noch der Unterbau vorhanden ist. Die Kirche wurde in der Nachkriegszeit mehrfach restauriert und sie erhielt im Jahre 1992 wieder ihren Glockenturm. Gottesdienste werden an Werktagen und zu verschiedenen Anlässen abgehalten.


Hüls heute

Stadt Krefeld - Hüls

Schultheissenhaus am Markt von 1667


1976 wurde der „Johannesturm“ – ein Aussichtsturm auf dem Hülser Berg – errichtet. 1984 wurde die „Klausur“ saniert, und es entstanden ein Wohnpark, eine Grundschule, eine ökumenische Begegnungsstätte sowie eine Sporthalle. Der „Bottermaat“ ist ein traditionell jährlich am dritten Sonntag im September stattfindender Handwerkermarkt mit regionaler Bedeutung. Zahlreich Handwerker und Schausteller führen dort ihre Handwerkskunst öffentlich vor und bieten ihre Produkte an. Außerdem veranstaltet der Hülser Sportverein einmal jährlich das „Burgfest“ rund um die Hülser Burg. Zu den zahlreiche Sehenswürdigkeiten von Hüls zählen u.a. das Rathaus, die Kirche St. Cyriakus, die Hülser Burg, die Hülser Klausur, der Gasthof zur Rose am Markt und das Haus Markt Nr. 15.


Weitere Links



Quelleninformation:

Stadt Krefeld - Hüls

Wappen von Hüls


Die Informationen zur Geschichte des Krefelder Stadtteils Hüls basieren auf dem Artikel Hüls (Krefeld) (Stand vom 07.11.2013) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos aus Krefeld-Hüls




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