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Mehrum

Voerde - Mehrum

Blick auf die Friedenseiche und auf das Denkmal der Rheinüberquerung




Überblick

Voerde - Mehrum

Rheindeich bei Mehrum



Wie Möllen oder Götterswickerhamm ist Mehrum ein Stadtteil oder Ortstteil der Stadt Voerde am Niederrhein. Es ist eine der ältesten Ortschaften in Voerde. Der Ortsteil zählt heut etwa 440 Einwohner. Mehrum befindet sich am rechten Ufer des Niederrheins. Der Rheindeich schützt den Ort und für den Hochwasserschutz ist u.a. ein Deichgraf zuständig, der im Turnus von 5 Jahren gewählt wird. In den letzten Jahren wurde viel in die Standsicherheit der Hochwasserschutzanlagen investiert. Die Mehrumer Bürger sind sehr traditionsbewußt. Der älteste Verein im Ort ist der Bürgerschützenverein Mehrum 1692 e.V. Hier in Mehrum befand sich auch der ehemalige Adelssitz Haus Mehrum.

Voerde - Mehrum

Impressionen


Größere Bedeutung erlangte der Ort während der Aktion Plunder im Zweiten Weltkrieg, als Teile der 9. US-Armee bei Rheinkilomerter 803.5 in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1945 den Rhein überquerten und damit erstmals rechtsrheinisches Gebiet erreichten. Während dieser Aktion vernichteten Bomben und Granaten das architektonisch interessante Haus Mehrum und machten es zu einer Ruine, die im Jahr 1965 abgebrochen wurde. Spaziergänger und Radfahrer können den Ort entlang des Rheindeiches entdecken und werden hierbei auf mindestens zwei interessante Orte stoßen. Zum einen ist dies das Denkmal zur Erinnerung an die Rheinüberquerung der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg und zum anderen die Überreste des Hauses Mehrum, wenn auch nicht mehr viel erhalten geblieben ist.




Haus Mehrum

Voerde - Mehrum

Haus Mehrum in Voerde, Kreis Duisburg, Rhein-Provinz - Lithografie aus dem 19. Jahrhundert - Alexander Duncker (1813-1897) - Foto: Wikipedia (Public domain)


Das Haus Mehrum ist die Ruine eines festen Hauses im Ortsteil Mehrum der Stadt Voerde im nordrhein-westfälischen Kreis Wesel. Haus Mehrum wurde vermutlich im 15. Jahrhundert erbaut. Es gehörte im 16. und 17. Jahrhundert einer Familie von Lützelrath oder Lützenrod und wurde im Jahre 1598 zweimal von den Spaniern geplündert und wahrscheinlich zum Teil niedergebrannt. Janna, die Tochter Bertrams von Lützenrod und seiner Frau Ursulas von Marnix, war Erbin des dritten Teils des Hauses Mehrum. Sie heiratete 1625 den Freiherrn Conrad von Strünkede und brachte den Besitz an seine Familie. Von ihm erbte sein Sohn Gottfried von und zu Strünkede, der das Haus an Wilm Salentin von Katzgen zu Geretzhofen verkaufte.


Essen-Rellinghausen - Schloss Schellenberg

Impressionen


Dieser hatte mit seiner Gemahlin Almuth von Vietinghoff genannt Schell zum Schellenberg eine Tochter und Erbin: Almuth Louisa. Almuth Louisa vermählte sich 1688 mit Wessel Wirich von Bodelschwingh auf Bodelschwingh (heute Stadtteil von Dortmund). Wessel Wirichs einzige Enkelin Gisbertina Anna Louisa heiratete Albert von Bodelschwingh-Velmede und hatte zwei Töchter, Luise und Karoline. Mit letzterer, die unter anderem auch Mehrum erbte, vermählte sich 1795 Friedrich Wilhelm von Plettenberg auf Heeren. Das Haus Mehrum existierte bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, als in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1945 die 9. US-Army in Mehrum den Rhein überquerte. Dabei wurde Haus Mehrum schwer beschädigt, so dass es 1965 abgerissen wurde. Heute stehen nur noch einige Mauerreste [1].


Geschichte

Voerde - Mehrum

Wappen von Haus Mehrum


Erhalten blieb auch das in Stein gemeißelte Wappen von zwei Familien des Adels, die lange Zeit hier auf Haus Mehrum lebten:

"Der Wappenstein des ehemaligen Hauses Mehrum ist aus Bamberger Kalksandstein gearbeitet. Es handelt sich um ein Doppelschildwappen mit zwei gegeneinander geneigte Wappenschilder unter einer frei darüber angebrachten siebenzackigen Krone. Das Wappen links ist das Freiherr von Plettenberg'sche Wappen und das Wappen rechts ist das derer von Bodelschwingh. Es ist entstanden, nachdem im Jahre 1795 der Freiherr Friedrich Wilhelm von Plettenberg (1771 - 1818) in Heeren die Freifrau Karoline Charlotte von Bodelschwingh (1769 - 1820) heiratete und mit preußischer Genehmigung Name und Wappen derer von Bodelschwingh annahm. Den Kindern aus erster Ehe fiel der Mehrumer Besitz zu, von dem sie in den Jahren 1831 - 1835 von ihren insgesamt 895 preußischen Morgen etliche Grundstücke und Anwesen verkauften, u.a. das Haus Löhnen (auch ein ehem. Adelssitz in Voerde), Ettwigs Hof und den Giesen Hof".


Voerde - Mehrum

Blick auf die Schloßstraße....


"Die Geschwister überließen den restlichen Besitz mit dem Haus Mehrum ihrem Bruder Karl Ludwig Adolf von Plettenberg, der 1830 auf den Herrensitz in Mehrum zog. Sein Sohn Gustav Karl von Plettenberg wurde am 20. Mai 1835 in Mehrum geboren und starb dort am 2. Juli 1910. Er war in erster Ehe verheiratet mit Elisabeth Laura von Rosenberg-Rosinski. Das Wappen dieser Eheleute findet sich auf einer gusseisernen Platte aus dem Jahre 1878. Auf dem linken Schild befindet sich wieder das Plettenberg'sche Wappen. Das rechte Wappenschild zeigt das Rosenberg'sche Wappen - auf rotem Feld eine goldbesamte 5-blättrige silberne Rose. Der letzte derer von Plettenberg, Karl Anton, geb. am 5. April 1871 heiratete die Witwe die Witwe Margarethe Kohl, angeblich eine Indutriellentochter, von der er 1919 wieder geschieden wurde".


Voerde - Mehrum

...ehem. Standort von Haus Mehrum...


"Seine geschiedene Frau stellte hohe Forderungen, so dass er 300 Morgen von seiner Besitzung in Mehrum an die Firma Hülskens verkaufen musste. 1930 ehelichte er die Witwe Klara Weindelstedt geb. Pfeiffer, eine Professorenwitwe aus Köln. Nach dem Verkauf der restlichen Besitzungen mit dem Haus Mehrum im Jahre 1929 zog er nach Köln, wo er 1942 verstarb. Seine Urne wurde auf dem Voerder Friedhof in der dortigen Kellergruft unter Anteilnahme aller Mehrumer beigesetzt. Seine Schwester Laura heiratete 1906 den Freiherr Wolfgang von Klot-Heydenfeldt und zog nach Riga ins Baltikum. Nachdem Lauras Mann 1919 starb, kehrte sie mit ihren vier Kindern wieder zu ihrem Bruder nach Mehrum zurück. Nach 1929 war dem ehemaligen Herrensitz ein recht unterschiedliches Schicksal beschieden. Das eigentliche Schloss wurde vom Arbeitsdienst und später zur Unterbringung von Kriegsgefangenen genutzt und schließlich beim Rheinübergang 1945 durch die Alliierten fast vollständig zerstört. Alle Bemühungen, die Ruine in den alten Zustand zu versetzten, scheiterten letztlich an den fehlenden finanziellen Mitteln".


Voerde - Mehrum

Gefallenendenkamal aud dem ehem. Rosenberg - rechts ist das Wappen von Haus Mehrum aufgestellt


"1960 beseitigte die Fa. Hülskens die Ruine und fuhr den Schutt in ein ausgekiestes Baggerloch am Rhein. Auf dem Schlosshof kennzeichnen nur noch zwei Treppenstufen den alten Eingang zum ehemaligen Haus Mehrum. Das Einzige, was vom ehemaligen Schloß zu retten war, ist der Wappenstein, der sich über dem Haupteingang von Haus Mehrum befand. Es könnte möglich sein, dass dieser Wappenstein erst nach dem Umzug der Familie von Plettenberg nach Mehrum im Jahre 1830 errichtet worden ist. Er wurde inzwischen durch den Dombauverein Wesel e.V. im September 1984 restauriert und durch die Mehrumer Dorfgemeinschaft an dieser Stelle auf dem ehemaligen Rosenberg aufgestellt, wo er am 24. August 1985 in einer kleinen Feierstunde eingeweiht wurde".

Textquelle Geschichte Haus Mehrum: Heimatverein Mehrum - Infoschild auf dem Rosenberg




Mehrumer Friedenseiche

Voerde - Mehrum

Friedenseiche


Der heutige Rynumsche Weg führt zur Mehrumer Friedenseiche, die in unmittelbarer Nähe zum Denkmal der Rheinüberquerung der amerikanischen Streitkräfte liegt. In früheren Zeiten verband dieser Weg Mehrum mit der Ortschaft Rynum, bis diese im Jahre 1668 im Rhein versank. Die Friedenseiche wurde von der Dorfgemeinschaft Mehrum, unter Beteiligung des Männerchores Germania Mehrum, aus Anlass des Kriegsende im Jahr 1870-71 gepflanzt, wie es auch in vielen anderen Orten in Deutschland zu dieser Zeit Gang und Gäbe war. Vor ein paar Jahren büßte die Eiche während eines Unwetters einige Äste ein, ist aber trotzdem noch stattlich anzusehen.


Erinnerung an die Rheinüberquerung

Voerde - Mehrum

Denkmal


Ein durchbrochener kleiner Deich und ein Steinblock auf einem Fundament erinnern an dieser Stelle an ein denkwürdiges Ereignis, das auf einer Tafel auf dem Stein schriftlich festgehalten wurde. Das Geschehen an diesem Tag wird durch diese Information dokumentiert:

"Für ein Dorf wie Mehrum gibt es sicherlich nicht viele historische Ereignisse, auf die es zurückblicken kann. An eines soll aber an dieser Stelle erinnert werden. Es ist der Rheinübergang der Alliierten vom 23. auf den 24. März 1945. Nachdem die Pioniere der 9. US Army zuerst mit Schwimmpanzern den Rhein überquerten, bauten sie anschließend zwei Pontonbrücken. Eine neue Straße wurde vom Rhein bis zum Deich gebaut, die man im Volksmund „Amiweg" nannte. Der Deich wurde durchbrochen und der „Amiweg" mit der Alleestraße, der heutigen Schlossstraße, verbunden. Dieser Deichbruch ist hier, zur Erinnerung an den Rheinübergang, dargestellt".

Text: Gilde Mehrum


Götterswickerhamm

Voerde - Götterswickerhamm

Dorfkirche


Götterswickerhamm liegt direkt am Rhein und besitzt eine Promenade, an der einige Cafés und Restaurants zu finden sind. Der Ort hat auch eine Bootsanlegestelle, an der auch große Rheinausflugsschiffe festmachen können. Er ist ist einer der ältesten Ortsteile der Stadt Voerde am Niederrhein. Götterswickerhamm liegt am rechten Ufer des Rheins bei Rheinkilometer 800 und zählt etwa 550 Einwohner. Bis 1913 bildete der heutige Ortsteil Götterswickerhamm die Gemeinde Görsicker im....

Weitere Informationen zum Voerder Ortsteil Götterswickerhamm finden Sie hier....!


Haus Wohnung

Voerde - Möllen

Haus Wohnung mit Gesindehaus


Im Bereich des Voerder Stadtteils Möllen liegt das Wasserschloss Haus Wohnung. Im 13. Jahrhundert entstand Haus Wohnung als Sitz einer Familie, die 1327 unter dem Namen „van der Wonyngen" erstmals genannt wird. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Burg durch die Familie von der Kapellen zum standesgemäßen Rittersitz umgebaut. Aus dem 14. Jahrhundert stammt auch ein dreigeschossiger Wohnturm im Norden der umgräfteten Hauptburginsel. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Turm durch ein Herrenhaus erweitert....

Weitere Informationen zum ehemaligen Rittersitz Haus Wohnung in Voerde-Möllen finden Sie hier....!


Haus Götterswick

Voerde - Götterswickerhamm

Haus Götterswick


Die ehemalige, erstmals 1142 erwähnte Wasserburg "Haus Götterswick" war Stammsitz der Edelherren von Götterswick, welche 1241 die Herrschaft Bentheim-Steinfurt übernahmen. Die genaue Gründung von Haus Götterswick ist unbekannt. Nach einer Sage soll zur Zeit der Franken Ritter Godert inmitten eines Wicks ein festes Haus gebaut haben, wonach das Haus und die Siedlung Godswick benannt wurden. Das 2011 restaurierte Gebäude wurde um 1800 als Bürgermeisteramt und....

Weitere Informationen zum Haus Götterswick im Voerder Ortsteil Götterswickerhamm finden Sie hier....!


Stadt Voerde

Voerde - Innenstadt

Impressionen


Die Stadt Voerde am unteren Niederrhein ist eine relativ junge Stadt. Sie befindet sich im Nordwesten des Ruhrgebiets und südwestlich des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland, rechts des Niederrheins und zwischen den Städten Dinslaken und Wesel im Land Nordrhein-Westfalen. Voerde gehört zum Kreis Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf. Voerde grenzt im Norden an Wesel, im Süden an Dinslaken, im Westen an Alpen und im Südwesten an Rheinberg. Das Stadtgebiet gliedert sich in die elf Stadtteile....

Weitere Informationen zur Stadt Voerde am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen finden Sie hier....!


Quellennachweis:

Wappen von Voerde

Grafik: Wikipedia (gemeinfrei)


1.: Informationen zum Haus Mehrum in Voerde-Mehrum stammen aus dem Artikel Haus Mehrum in der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 10.03.2015!


Fotos aus Mehrum




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