Gemeinde Rheurdt
Gemeinde Rheurdt
Überblick
Gemeinde Rheurdt
Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Gemeinde Rheurdt liegt im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen. Sie gehört zum Kreis Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Rheurdt liegt linksrheinisch im niederrheinischen Tiefland. Rheurdt hat etwa 6650 Einwohner. Durch das Gemeindegebiet fließen die Nenneper Fleuth, der Littardsche Kendel und der Landwehrbach. In Nord-Süd-Richtung verlaufen die Rheurdter und Schaephuysener Höhen, eine Endmoräne aus der Saaleeiszeit. Die Gemeindefläche umfasst 30 Quadratkilometer. Die Gemeinde Rheurdt gliedert sich in die zwei Ortschaften Rheurdt und Schaephuysen.
Ortsteile
Gemeinde Rheurdt
Ortsmitte
Zur Ortschaft Rheurdt gehört der Ortsteil Kengen, zu Schaephuysen gehören die Ortsteile Finkenberg, Lind, Neufeld und Saelhuysen. Die Gemeinde Rheurdt grenzt im Norden an die Gemeinde Issum, im Osten an die Städte Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn (beide Kreis Wesel), im Süden an die Stadt Kempen (Kreis Viersen) und im Westen an die Gemeinde Kerken.
Geschichte
Wappen von Rheurdt
Die Ortschaften Rheurdt und Schaephuysen gehörten als Honschaften (Hundertschaften aus fränkischer Zeit) der Vogtei von Anfang an zum Herrschafts- und Einflussbereich der Grafen (ab 1339 Herzöge) von Geldern. Zur Honschaft Rheurdt zählten der Ort mit dem alten Edelsitz Bercdale (Meenenhof), die Bauernschaft Kengen, die Höfe zu Rayen und zu Sassenrath, eine der ältesten Ansiedlungen in der Ortschaft Rheurdt. Die Gemeinde Rheurdt wurde zum ersten Mal 1294 als Rurde oder Rorde erwähnt.
Gemeinde Rheurdt
Detail der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus
Bis 1713 gehörten die einzelnen Gemeinden und Dörfer Rheurdts zum Herzogtum Geldern, kamen dann zu Preußen und standen von 1798 bis 1814 unter französischer Herrschaft. Nach dem Wiener Kongress 1815 kamen die zugehörigen Ortschaften zum Kreis Rheinberg, der 1823 mit dem Kreis Geldern vereinigt wurde. Diese Vereinigung wurde bereits 1857 rückgängig gemacht und der Sitz des Kreises nach Moers verlegt.
Gemeinde Rheurdt
Die Gemeinde Rheurdt entstand in der heutigen Form am 1. Juli 1969 beim 1. kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Rheurdt und Schaephuysen wurden zur neuen Gemeinde Rheurdt zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.
Bauernkate
Gemeinde Rheurdt
Bauernkate aus dem 17. Jahrhundert
Ein besonders schönes Baudenkmal befindet sich in der Rathausstr. 22 in Rheurdt. Es handelt sich um eine Bauernkate aus dem 17. Jahrhundert, als die einzelnen Gemeinden und Dörfer Rheurdts noch zum Herzogtum Geldern gehörten. Der Baustil der Kate ist ein giebelständiges Putzhaus mit Krüppelwalmdach. Laut Inschrift am Haus bedeutend für die Geschichte des Menschen und für die Rheurdter Ortsentwicklung.
Schopmanshof
Gemeinde Rheurdt
Ehemalige Hofanlage und Schwesternhaus
Ein weiteres Baudenkmal ist der Schopmanshof. Er befindet sich in der Rathausstr. 32 in Rheurdt. Bei diesem Denkmal handelt es sich um eine ehemalige vierflügelige Hofanlage aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Von 1925 bis 1965 war dieser Hof das Schwesternhaus der Clemensschwestern. Auch als katholischer Kindergarten wurde ein Teil der Anlage bis 1959 genutzt. Die Gebäude im hinteren Bereich wurden 1977 abgebrochen. Das Haupt- und die Nebengebäude wurden 1983 zu Wohnungen ausgebaut.
Bürgerpark
Der Bürgerpark ist eine öffentliche Grünfläche im Herzen von Rheurdt, der direkt neben der katholischen Kirche St. Nikolaus liegt und in dem traditionell das Osterfeuer, das Martinsfeuer und seit neustem auch das jährliche Vogelschießen der Schützen abgehalten wird. Des Weiteren wird er für andere Sonderveranstaltungen diverser Vereine genutzt. Seit einigen Jahren steht dort auch der Rheurdter Vereinsbaum (...in der Mitte des nebenstehenden Bildes).
Oermter Berg
Der Oermter Berg ist 68 Meter hoch und liegt zwischen den Gemeinden Issum und Rheurdt am Niederrhein. Er gehört zum Schaephuysner Höhenzug. Heute ist die Gegend ein beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet mit jährlich etwa 150.000 Besuchern. Bis ins 16. Jahrhundert wurde der Berg sogar als Weinanbaugebiet vom nahegelegenen Kloster Kamp genutzt. Der Wein soll allerdings nur als Messwein gedient haben. Hier befindet sich auch eine Bürgerbegegnungsstätte, in der die "Naturkundliche Sammlung Niederrhein" ausgestellt ist. Im Gebiet der Gemeinde Rheurdt liegt das Naturschutzgebiet Staatsforst Rheurdt/Littard.
Schloss Leyenburg
Schloss Leyenburg ist ein Herrensitz und ehemaliger Landsitz der Familie von der Leyen. Die Leyenburg liegt in der Gemeinde Rheurdt in der Ortsschaft Schaephuysen an der Grenze zu Neukirchen-Vluyn im Kreis Kleve am Niederrhein. Die Schlossanlage wurde 2001 von der Familie Atock gekauft und seitdem renoviert. Für ihre Bemühungen wurde ihnen am 17. Oktober 2004 der Rheinische Denkmalpreis 2004 verliehen. Der Adelssitz Haus Kiekhorst wird 1349 erstmals erwähnt. Es handelte sich um ein Lehen der Herzöge von Geldern. Haus Kieckhorst war von Wassergräben umgeben und besaß einen Wehrturm auf einem von Wasser umgebenen Gelände. Die Seidenfabrikantenfamilie von der Leyen aus Krefeld erwirbt das Grundstück 1772 als Landsitz und errichtet ein Rokoko-Jagdschloss als neues Herrenhaus. Dieses Haus wird Leyenburg genannt. 1803 erwirbt der Krefelder Seidenindustriellen Friedrich Heinrich von der Leyen das kriegsgeschädigte Gut und Schloss Bloemersheim bei Neukirchen-Vluyn.
Das Schloss Leyenburg wurde im Laufe der Zeit unterschiedlich genutzt, unter anderem nach dem 1. Weltkrieg als Landgaststätte und später als Landschulheim. Bis 1949 diente das Schloss als Notquartier für Ostflüchtlinge. Danach war es bis zum Brand 1963 Schulungszentrum des Christlichen Sängerbundes, der hier unter Leitung von Paul Ernst Ruppel Chorsänger-, Dirigenten- und Komponistenfreizeiten anbot.
Quellennachweis:
Die Geschichte der Gemeinde Rheurdt und der Leyenburg basiert auf dem Artikel Rheurdt (Stand vom 02.09.2008) und stammt zusammen mit dem Wappen von Rheurdt und dem Foto "Schloss Leyenburg - Fotograf: Sven Tombers" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz [27 KB]
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Das Foto Schloss Leyenburg ist lizenziert unter der Creative Commons "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported", deren Bedingungen Sie hier einsehen können.
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