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Kempen - St. Hubert

Kempen - St. Hubert

Pfarrkirche St. Hubertus




Überblick

Kempen - St. Hubert

Breite Str.



St. Hubert (etwa 8900 Einwohner) ist ein Stadtteil der Stadt Kempen am linken Niederrhein. Die nächstgrößeren Städte in näherer Umgebung sind Krefeld und Duisburg. Das Gebiet des Kempener Ortsteils im Kreis Viersen liegt an der Kendel - einem kleinen Bach - und grenzt im Südosten an das Gebiet Kempens, im Nordwesten an Aldekerk, im Nordosten an den Kempener Stadtteil Tönisberg sowie im Osten an Krefeld (Hüls). Im Verlauf der Geschichte entwickelten sich die beiden Bauernschaften Orbroich und Broich zunächst zum Kirchdorf St. Hubert. Das Ortsbild dominiert die in den Jahren 1846 - 1850 erbaute katholische Pfarrkirche St. Hubertus, dem Patron der Jäger und Forstleute.


Geschichte

Kempen - St. Hubert

Hubertusbrunnen in der Ortsmitte


Der Vorgänger der Ortschaft St. Hubert ist die Bauernschaft Orbroich, die hier im Nordosten von Kempen auch heute noch mit vielen Namen an die einstige Vergangenheit erinnert. So künden die Straßenbezeichnungen Hinterorbroich, Vorderorbroich, Mittelorbroich und Orbroich von dieser Zeit. Die alte Bauernschaft reichte einst bis zur Vinnbrück, einem Landwehr-Übergang im Norden von Hüls, der das kurkölnische Gebiet vom Herzogtum Geldern trennte. Mit den Jahren entwickelten sich die beiden Bauernschaften Orbroich und Broich zunächst zum Kirchdorf St. Hubert. 1790 wurde die Pfarrei St. Hubertus selbständig gegenüber Kempen. Während der französischen Herrschaft (1794 - 1814) wurden Orbroich und Broich zu einer Mairie vereinigt, die zum Kanton Kempen im Arrondissement Krefeld des Rur-Departements gehörte.


Kempen - St. Hubert

Pfarrhaus


Unter der preußischen Verwaltung gehörte die Bürgermeisterei St. Hubert zum 1816 errichteten Kreis Kempen im Regierungsbezirk Düsseldorf, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte. Nach einer Statistik aus dem Jahr 1836 war St. Hubert eine „ländliche Sammtgemeinde mit zwei Specialhaushaltsgemeinden“ und hatte 2.324 Einwohner. Die beiden Gemeinden Orbroich und Broich wurden noch als Honschaften bezeichnet, das Dorf St. Hubert mit 492 Einwohnern gehörte zur Honschaft Broich. Im 19. Jahrhundert standen in den Weberhäusern viele Webstühle - vorherrschend aber blieb die Landwirtschaft. 1871 fuhr die erste Eisenbahn, der sogenannte „Schluff“, durch St. Hubert. Broich und Orbroich wurden 1913 zur Gemeinde St. Hubert zusammengeschlossen.


Kempen - St. Hubert

Heimatdichter Friedrich Wilhelm Voassen (1824 - 1916)


Mit Wirkung vom 6. Juni 1924 wurde die bis dahin zur Gemeinde St. Hubert gehörende Honschaft Kamperlings der Stadtgemeinde Kempen einverleibt. 1936 wurden wesentliche Teile von Orbroich nach Hüls (Krefeld) eingemeindet. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde St. Hubert 1936 wieder verwaltungstechnisch dem Amt Kempen untergeordnet. Dies wurde aber nach dem Krieg im Jahre 1946 revidiert. Im Zuge der kommunalen Neugliederung, die am 1. Januar 1970 in Kraft trat, wurden die Gemeinden Kempen (Niederrhein), Hüls, Tönisberg, Schmalbroich und St. Hubert zur Stadt Kempen zusammengefügt. Der Ortsteil Hüls wurde hingegen am 1. Januar 1975 der Stadt Krefeld zugeordnet. Am westlichen Rand von Orbroich befindet sich ein alter Herrensitz, das Haus Gastendonk. Der Adelssitz mit Herrenhaus, Vorburg und Graben wurde im Moersischen Lehensregister geführt, mit zwei Dritteln des Ridderathschen Zehnten im Kirchspiel Hüls [1].


Sehenswürdigkeiten

Kempen - St. Hubert

Impressionen


Hier in St. Hubert und in der näheren Umgebung gibt es einige Seheswürdigkeiten, die für Besucher und Touristen sicherlich interessant sind. Als ersten Besuch hier in St. Hubert empfehle ich die Pfarrkirche St. Hubertus, die sich etwa in der Mitte des Ortes befindet. Die zentrale Lage erlaubt dem Besucher, von hier aus den Rundgang durch den Ort zu starten, zumal es hier auch Parkmöglichkeiten gibt. Tagsüber ist der Vorraum der Kirche geöffnet, der es ermöglicht, einen Blick in das Kirchengebäude zu werfen. Weiterhin ist "der Berfes" interessant, ein ehemaliger bäuerlicher Wehrturm auf dem Areal des ehemaligen Raveshof. Last but not least ist die Wasserburg Gastendonk einen Besuch wert, auch, wenn man sie nur von der Straße in Augenschein nehmen kann.


Pfarrkirche St. Hubertus

Kempen - St. Hubert

Pfarrkirche St. Hubertus


Die katholische Pfarrkirche St. Hubertus befindet sich in der Mitte des Ortes und wurde in den Jahren 1846 - 1850 errichtet. Der Kirchturm stammt vom alten Kirchenbau aus dem Jahr 1524. Neben größeren Erhaltungsmaßnahmen im Außenbereich erfolgte 1999 eine umfassende Innenrestaurierung. Die Geschichte der Kirche beginnt in der Mitte des 15. Jahrhunderts, als eine Kapelle "auf einem sechs Morgen Gemeindegrund umfassenden Asyl, das 1446 durch den Kölner Erzbischof Theodorich von Moers* geweiht ward" errichtet wurde. Das Terrain, das in der Urkunde Koekirchhaff genannt wird, heisst noch jetzt so.

Über die Gründung: Wilmius, Narratio rerum Kempensium (Kempen, Pfarrarchiv) p. 31.

Soweit Paul Clemen, der die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz (Band 1 Kreis Kempen) dokumentiert hat, u.a. auch die Geschichte dieser Kirche, möglicherweise im Zeitraum von 1891 - 1894.

*Anmerkung: Der in dieser Zeit zuständige Kölner Erzbischof hieß Dietrich von Moers (1385 - 1463)!


Kempen - St. Hubert

Kreuzigungsgruppe an der Südseite der Kirche


Paul Clemen führt weiter aus:

"Die Verhältnisse und Gerechtsame der Kapelle setzt 1450 Johann von Beck, Pfarrer zu Kempen, fest (capella . . ad honorem Dei genitricis Mariae sanctorumque Huberti, Antonii, Cornelii, Bernardi et quam plurimum aliorum sanctorum . . . erecta el dedicata extitit). Das Recht des baptisterium, coemiterium, der sepultura wird ausdrücklich verweigert. Im Jahr 1457 findet bereits eine Erneuerung statt. Erst 1524 wird der Bau des Turmes in Angriff genommen. Der Bau zog sich durch mehrere Jahre hin, noch 1531 klagen die magistri fabricae, dass sie den Turm begonnen, aber den Bau nicht hätten zu Ende bringen können. Erst am 1. Oktober 1790 ward die Kapelle zu einer Pfarrkirche erhoben".


Kempen - St. Hubert

Pietà


"Von der alten Kirche steht nur noch der Turm, das Werk des Meisters Christian aus dem Jahr 1524. Die 1846 neu angefügte Kirche ist nach Süden orientiert, so dass der Turm jetzt sich an das westliche Seitenschiff anlehnt. Er erhebt sich in drei Stockwerken, das Material ist durchweg Backstein, die Haube besteht aus einer achteckigen Spitze, die aus der vierseitigen Pyramide übergeführt ist. Im untersten Stockwerk findet sich ein einfaches spitzbogiges Portal, das zweite und dritte Stockwerk zeigen je zwei zweiaxige spitzbogige Blenden, die Pfosten aus Backstein aufgemauert. Die untere Turmhalle ist an den Ecken abgeschrägt und enthält Dreiviertelsäulen, die ehemals die Diagonalrippen eines Kreuzgewölbes trugen".


Kempen - St. Hubert

Innenansicht


"Altäre sämtlich neu. Der Rest des Hochaltares, ein schlechtes Bild des heiligen Hubertus, der in Lebensgrösse vor dem Hirsch kniet, rohe Arbeit des 17. Jahrhunderts, befindet sich in stark beschädigtem Zustande in einer Nische des östlichen Seitenschiffes. Nachrichten über die alten Altäre: Im Jahr 1463 wird ein Sankt Viktors- und Sankt Gereonsaltar erwähnt (Urkunde vom 22. April 1463 im Pfarrarchiv zu S. Hubert), 1654 ebenso ein Michaelsaltar, 1520 in einer Bewilligung des Kempener Pastors Engelbert Erkel die Gewohnheit berichtet, am Sankt Laurentiustage ein Hubertusbild herumzutragen [2]".

Weiter berichtet er über eine Glocke mit der Inschrift: ANNO DOMINI 1508 SANCTA ANNA CATHARINA JOHANNES VOCOR


Wasserburg Gastendonk

Kempen - Rittersitze

Wasserburg Gastendonk


Die Wasserburg Gastendonk befindet sich im Nordosten des Kempener Ortsteil St. Hubert direkt an der Stadtgrenze von Krefeld. Es handelt sich hier um einen ehemaligen Rittersitz, dessen Anfänge bis etwa zum Jahr 1000 zurückverfolgt werden können. Der Name mit der Endsilbe "Donk" deutet auf eine Lage des ersten Bauwerks auf einer natürlichen Erhebung in einem wassereichen Gebiet hin, eine Bezeichnung, die am Niederrhein sehr häufig anzutreffen ist. Eine erste urkundliche Erwähnung des Namens Gastendonk stammt aus dem Jahr 1274....

Weitere Informationen zur Wasserburg Gastendonk im Kempener Ortsteil St. Hubert finden Sie hier....!


Haus Bockdorf

Kempen - Haus Bockdorf

Toreinfahrt zum Gut Heimendahl/Haus Bockdorf


Haus Bockdorf mit seinem schönen Herrenhaus liegt im Südosten der Stadt Kempen am Krefelder Weg in Unterweiden. Manchen ist es besser bekannt unter dem Namen "Gut Heimendahl", weil hier die Erzeugnisse aus der landwirtschaftlichen Produktion des Gutes verkauft werden. Es gibt einen Hofladen, wo diese Erzeugnisse verkauft werden und ein Hofcafé, in dem man sich entspannen kann und am Samstag findet in der Spinnstube das taditionelle Suppenessen statt. Der Betrieb....

Weitere Informationen zum Haus Bockdorf in Kempen-Unterweiden finden Sie hier....!


Kempen - Tönisberg

Kempen - Tönisberg

Haus Baaken - erbaut in seiner heutigen Form um 1750 - Heimatmuseum


Das Dorf Tönisberg wurde erstmals um 1284 mit einem Vertrag von Vennebrugge (heute Vinnbrück) im Vorfeld der Schlacht von Worringen erwähnt. Mit der Gründung einer Kapelle im Jahre 1437 begann die Besiedlung des eigentlichen Dorfes. Hauptsächlich waren es Bauernhöfe, die das Bild des Dorfes prägten. 1529 wurde der Bezirk um die Kapelle selbständige Pfarre und man begann mit dem Bau einer eigenen Kirche. Von 1794 bis 1815 befand sich Tönisberg unter französischer Herrschaft....

Weitere Informationen zum Kempener Ortsteil Tönisberg finden Sie hier...!


Informationen:

Wappen von Kempen


Eine kleine Bildergalerie zur Stadt Kempen am Niederrhein finden Sie hierunter. Weitere Informationen zur Stadt Kempen finden Sie hier....!

Wanderer und Radler finden rund um Kempen nicht nur lohnende Ziele, sondern auch attraktive Wander- und Radwander-Routen und historische Hofanlagen wie z.B. Haus Velde, Haus Bockdorf und Haus Steinfunder.

Informationen:

Stadt Kempen

Buttermarkt 1,
47906 Kempen

Telefon: +49(0)2152-917237

Fax: +49(0)2152-917242

Internet: www.kempen.de/tourismus


Quellennachweis:


1.: Die Informationen zur Geschichte des Kempener Ortsteils St. Hubert basieren auf dem Artikel St. Hubert (Kempen) (Stand vom 28.03.2013) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Die Kunstdenkmäler des Kreises Kempen im Auftrage des Provinzialverbandes der Rheinprovinz - herausgegeben von Paul Clemen, Seite 121 - Druck und Verlag von L. Schwann 1891, Düsseldorf.


Fotos aus St. Hubert




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