Burg Vondern
Oberhausen - Burg Vondern
Überblick
Oberhausen - Burg Vondern
Wer bei Oberhausen über die Autobahn A 42 fährt, stellt dort mit Überraschung fest, dass Burgtürme über den Lärmschutzwall hinaus ragen. Wenn man dann in Osterfeld ausfährt, Richtung Oberhausen, und dann gleich rechts abbiegt (vor der Bahnunterführung - Hinweisschild Burg Vondern), gelangt man unweigerlich zu einer der wertvollsten Kostbarkeiten der Rheinisch-Westfälischen Heimat. Links der Straße liegt nämlich die spätgotische Ritterburg Vondern. Die Anfänge der Burg liegen auch heute noch im Dunkeln der Zeit. Eine erste Erwähnung findet sich 1266 bei Gerhard von Vondern, der eine gewiße Elisabeth ehelichte.
Die Geschichte von Burg Vondern als Osterfelder Vogtei geht zurück bis in das 14. Jahrhundert. Im Mittelalter diente die Burg der Osterfelder Bevölkerung in Notzeiten als Fluchtburg, in der zeitweilig hunderte von Menschen wohnten. Interessant ist dabei, dass die Türme der Burg praktische Namen hatten: So hieß der rechte Abortturm, weil es der Turm war, in dem die Toilettenanlage installiert war, wenn man es mal so ausdrücken darf. Der linke Turm hingegen hieß Gerichtsturm, weil dort Gericht gehalten wurde.
Geschichte
Oberhausen - Burg Vondern
Herrenhaus
Die Burg Vondern - auch wenn Reste eines ringförmigen Erdwalls Vermutungen nähren, dass hier einst eine Turmhügelburg stand - tatsächlich ist die heute aber ebenso mächtige wie malerische Vorburg aus dem frühen 16. Jahrhundert das älteste erhaltene Bauwerk. Die Burg Vondern wurde durch Wessel von Loe erbaut. Die Vorburg besteht aus einem von zwei massiven Rundtürmen flankierten Torbau mit wehrhaft anmutenden Schießscharten und spätgotischen Zierformen in Gesimsen, Fenstern und Gewölben.
Oberhausen - Burg Vondern
Herrenhaus
Aus dem späten 17. Jahrhundert stammt das Haupthaus, dessen Westfassade wohl dem mittelalterlichen Vorgängerbau zuzuordnen ist. Beim Bau des Haupthauses nutzte man eine ältere Fassade als Rückwand. Das Wirtschaftsgebäude auf der Südseite ist im 19. Jahrhundert dazugekommen. 1673 wird Galentin Wilhelm von Nesselrode zur Leithe mit der Burg Vondern als Vormund belehnt. Heute ist nur noch ein Rest der ursprünglichen Wassergräben vorhanden.
Oberhausen - Burg Vondern
Remise
Im frühen 19. Jahrhundert hatte die Burg als adeliger Wohnsitz ausgedient und blieb aber im Besitz derer von Nesselrode Reichenstein, die das mittlerweile zerfallene Anwesen 1949 an die Stadt Oberhausen verkaufte. Nachdem die Burg Vondern schon fast zur Ruine verfallen war, wurden die historischen Teile mit vereinten Kräften von Bund, Land, Stadt und einem Förderkreis bis 1995 gesichert und mit einer neuen Nutzung belebt.
Oberhausen - Burg Vondern
Zwischen Verschiebebahnhof Osterfeld und Bundesautobahn A 42 gelegen, ist sie nicht nur interessantes Geschichtszeugnis, sondern auch lohnendes Ziel für Spaziergänger und Radwanderer.
Adresse:
Burg Vondern
Arminstr. 65,
46117 Oberhausen,
Tel: 0208-894010 - 896297
Gruppenführungen auf Anfrage
Öffnungszeiten: jeden Donnerstag von 18 - 19 Uhr
Siedlung Vondern
Oberhausen - Siedlung Vondern
Auf dem Weg zur Burg Vondern passiert man die ehemalige Zechensiedlung Vondern, die hier unweit der einstigen Zeche Vondern erbaut wurde. Die Siedlung entstand von 1907 bis 1917 für die Arbeiter der Zeche Vondern. Die Zeche lag etwa dort, wo jetzt die Trasse der Autobahn A42 herführt. Bei der Wanderung 2 - ausgehend vom Gehölzgarten oder der Siedlung Ripshorsterstraße - trifft man auf das Gelände, sobald die Emscher in Richtung Burg Vondern überquert wurde. Nur noch ein paar Relikte erinnern daran, dass hier einstmals die Zeche Vondern Kohle förderte. Die Natur hat sich das Areal mittlerweile vollständig zurückgeholt. 1932 wurde die Zeche geschlossen. Auf dem nebenstehenden Bild ist das Haus der "Verkaufsanstalt IV. der Gutehoffnungshütte" zusehen. Ein Name, dem wir hier in Oberhausen noch oft begegnen werden.
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