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Bliersheim (Kruppbeamten-Villen)

Duisburg - Bliersheim
Duisburg - Bliersheim Bliersheimer Villensiedlung



Überblick

Duisburg - Bliersheim
Duisburg - Bliersheim Beamtenvilla der Firma Krupp



Der ehemalige Ort Bliersheim zählt neben Alsum und Ehingen zu den versunkenen Stadtteilen der Stadt Duisburg. Ab 1896 begann der Bau des zuerst unter dem Namen Friedrich-Alfred-Hütte (benannt nach Friedrich Alfred Krupp) bekannten Hüttenwerks in der Ortschaft Rheinhausen, damals noch nicht zu Duisburg gehörig. Mit der sich ausbreitenden Ansiedlung der Hüttenwerke Rheinhausen wurde das einstige Dorf Bliersheim von den Werken der Firma Krupp eingeschlossen. Friemersheim wurde mit Bliersheim vereinigt und im Laufe der Jahre verschwand der Ortsname langsam aus dem Gedächtnis der Bürger Duisburgs. Einzig der Abriss der Hüttenwerke der Firma Krupp in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts und die neue Verwendung des Areals als Logport I Duisburg bringen uns den Namen des Ortes wieder näher. Die Bliersheimer Straße führt heute noch durch einen großen Teil der neuen Ansiedlung des Logports.

Kruppbeamten-Villen

Duisburg - Bliersheim
Duisburg - Bliersheim Kruppbeamten-Villen - Foto: Stadtarchiv Duisburg - Hinweistafel vor Ort


Seit Anfang 1999 berteibt die Logport Logistic-Center Duisburg GmbH die Entwicklung und Vermarktung des 265 Hektar großen ehemaligen Krupp-Hüttenwerk-Areals im linksrheinischen Duisburg-Rheinhausen. Die Bliersheimer Beamtenvillen sind die letzten Relikte der einstigen Ortschaft und befinden sich westlich der Hamburger Straße, nördlich vom Gaterweg und südöstlich der Bliersheimer Straße. Vom Gaterweg führt die Villenstraße als Stichstraße in einen ovalen Ring, um den sich früher die meisten Häuser gruppierten. Neun der ehemaligen siebzehn Krupp-Villen sind noch vorhanden und sind über das gesamte Areal verteilt. Mittlerweile werden einige von ihnen restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt.

Beamtenkolonie

Duisburg - Bliersheim
Duisburg - Bliersheim Beamtenvilla der Firma Krupp in der ehemaligen Gemeinde Bliersheim


Abseits der Arbeitersiedlungen, aber in unmittelbarer Nähe zum Kruppwerk, errichtete die Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG der Friedrich Krupp AG eine sogenannte Beamtenkolonie. Angesiedelt wurde diese Kolonie im ehemaligen kleinen Dorf Bliersheim. Ab dem Jahr 1920 wurden Friemersheim und Bliersheim unter dem Namen Friemersheim vereinigt. Die Häuser der Siedlung wurden von dem bekannten Essener Architekten Robert Schmohl, der für die Firma Krupp vielfach tätig war, im Cottage-Stil errichtet. Die Siedlung in Bliersheim entstand etwa zur gleichen Zeit wie die auf der anderen Werkseite konzipierte Arbeitersiedlung Margarethensiedlung.

Duisburg - Bliersheim
Duisburg - Bliersheim Häuser in der Villenstraße


In der Mitte der im Jahre 1903 errichteten parkähnlichen Anlage befand sich das Direktorenhaus mit zugehörigem Kutscherhaus und Wagenremise. Um den Ring herum und an den Erschließungsstraßen gruppierten sich die mit sieben bis acht Zimmern ausgestatteten Villen der Betriebsleiter und deren Assistenten, von denen kein Objekt mit dem dem anderen vergleichbar war. Die großzügig geplanten Villen mit bis zu 400 Quadratmeter Wohnfläche beinhalteten zahlreiche Zimmer, u.a. im Erdgeschoss auch einen Salon zur Repräsentation. Sie waren reich verziert mit in Fachwerk ausgeführten Giebeln, in Holz konstruierten Loggien sowie Erkern und aufwendigen Dachformen.

Friedrich-Alfred-Hütte

Duisburg - Rheinhausen
Duisburg - Rheinhausen Krupp Rheinhausen im Abriß (1983) - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Die etwas kleineren Mehrfamilienhäuser für Meister und Verwaltungsangestellte mit fünf bis sieben Zimmern lagen etwas abseits am Ganterweg. Ursprünglich waren 22 Gebäude geplant, 17 davon wurden errichtet und 9 sind heute davon noch erhalten. In der Nähe befand sich auch das Junggesellen-Wohnheim „Wilder Mann“. Das damals Friedrich-Alfred-Hütte genannte Werk - später Hütten- und Bergwerke Rheinhausen - beschäftigte 1914 circa 8 300 Arbeiter und etwa 1000 Angestellte. Die unmittelbare Nähe zum Werk hatte zur Folge, dass sich das Werk nach und nach um die Villen ausdehnte und sie schließlich ganz umschloss.



Beamtensiedlung

Duisburg - Bliersheim
Duisburg - Bliersheim Detail des Krupp-Casinos in der ehemaligen Gemeinde Bliersheim (inzwischen teilrestauriert)


Bis in die 1950er Jahre des vorigen Jahrhunderts herrschte Residenzpflicht. Das bedeutete, dass die leitenden Angestellten ihre Wohnung in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz wählen mussten. Etwa zur gleichen Zeit entstand auch das sogenannte "Kruppsche Kasino". Das Kasino Krupp liegt heute am Rand der kleinen Beamtensiedlung Bliersheim. Es wurde als Restaurant für die leitenden Angestellte und Gäste sowie für Repräsentationszwecke genutzt. Außerdem gehörten zur Siedlung eine eigene Werksgärtnerei und eine Konsumanstalt, die beide heute nicht mehr erhalten sind. Eine der Villen im Eingangsbereich der Kolonie ist beispielhaft saniert und wird von einer Immobilienfirma genutzt.

Kasino Krupp

Duisburg - Bliersheim
Duisburg - Bliersheim Vorderseite des Krupp-Casinos


Heute befindet sich in den Räumen des ehemaligen Kasino Krupp das Restaurant Casino Bliersheim, das auch als Eventlokal genutzt wird. Einen Ausflug zur alten Beamtensiedlung Bliersheim der Firma Krupp können Sie mit dem Besuch der Restauration verbinden, dessen historische Räume noch immer den Glanz des vergangenen Jahrhunderts widerspiegeln. Das Casino war eine Welt für sich- Zugang hatte hier nur, wer zu dem relativ kleinen Kreis der kruppschen Beamten, bestehend aus Direktoren und leitenden Angestellten, gehörte. In besonderen Räumen konnten auch Gäste bewirtet werden.

Adresse:

Casino Bliersheim

Bliersheimer Str. 83 - 87
47229 Duisburg

Telefon: 02065- 95 38 36

Öffnungszeiten:

Dienstag - Freitag: 11.30 - 14.30 Uhr Mittagstisch
Sonntag: 11.30 - 15.00 Uhr Mittagstisch und bis 17.00 Uhr Kaffee & Kuchen
Montag: Ruhetag

Internet: www.bliersheim.de/index.html

Quellenangabe:


Die Informationen zur Beamtensiedlung in Bliersheim basieren auf dem Artikel Beamstensiedlung Bliersheim (Stand vom 05.11.2011) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Fotos der Kruppbeamten-Villen in Bliersheim


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