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Arbeiterkolonie Kronenberg

Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg
Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg ...ehemalige Bierhalle der Kolonie Kronenberg, erbaut um 1910



Überblick

Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg
Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg Arbeiterkolonie Kronenberg - Fotoquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Die Arbeiterkolonie Kronenberg (auch: Colonie Cronenberg) war eine Wohnkolonie westlich des damaligen Stadtbezirks Essen auf Altendorfer Gebiet, die durch die Firma Krupp (seit 1903 Friedrich Krupp AG) nach der Deutschen Reichsgründung zum größten Teil in den Jahren 1872 bis 1874 für ihre Arbeiter errichtet worden war. Gegen Ende der 1930er Jahre wurde die Siedlung nach und nach zur Erweiterung der Gussstahlfabrik niedergelegt. Grund war, dass die damals als Waffenschmiede des Deutschen Reiches bezeichnete Fabrik mehr Platz für weitere Werke der Waffenproduktion benötigte. Anfang der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts sah sich der Firmeninhaber Alfred Krupp genötigt, für seine stetig steigende Zahl von Arbeitern seiner rasch expandierenden Gussstahlfabrik, auf dem Gelände des heutigen Krupp-Gürtels, selbst Wohnraum zu schaffen.





Arbeiterkolonie Kronenberg

Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg
Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg Arbeiterkolonie Kronenberg im heutigen Essen-Altendorf, errichtet durch Alfred Krupp; Aquarell des deutschen Malers Jakob Scheiner - Fotoquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Zuvor entstanden die Kolonien Nordhof, Schederhof, Baumhof und schließlich als letzte Arbeiterkolonie unter Alfred Krupp die Siedlung Kronenberg. Die Arbeiterkolonie erstreckte sich auf rund 19 Hektar westlich der Gussstahlfabrik und nördlich angrenzend an die Bergisch-Märkische Eisenbahnstrecke, auf dem Gebiet des damals selbständigen Altendorfes, seit 1901 ein Stadtteil von Essen. Dieses freie Feld gehörte zuvor dem Landwirt Krone, nach dem die Kolonie Kronenberg benannt wurde. Westlich der Arbeiterkolonie bildete die Bärendelle die Grenze zu damals landwirtschaftlich geprägten Flächen. Der Bach Bärendelle entsprang am heutigen Frohnhauser Platz und floss Richtung Altendorf. Die Grenze zur Gussstahlfabrik im Osten der Siedlung markiert heute die Haedenkampstraße, die um 1902 Margaretenstraße und in der Verlängerung Kraemerstraße hieß.


Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg
Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg Blick in die Buddestraße


Die Arbeiterkolonie war als selbständiger Ort mit Freizeit- und Gemeinschaftseinrichtungen geplant, was sie in diesem Ausmaß von den anderen bestehenden Arbeiterkolonien unterschied. Die Straßen hatten keine Namen, sondern waren mit alphabetischen Buchstaben bezeichnet. Zunächst verfügte die Kolonie über 1356 Wohnungen in 221 Häusern. Nach weiterem Ausbau, auch noch nach 1874, erhöhte sich die Anzahl der Wohnungen auf gut 1570, die für etwa 8000 Menschen gedacht waren. Die Siedlungsstruktur wurde zentral durch eine Ortsmitte unterbrochen. Diese lag vor der noch erhaltenen, um 1910 erbauten Bierhalle und bestand aus einem Marktplatz für den Wochenmarkt, einer Parkanlage mit Konzertbühne und diversen Gemeinschaftseinrichtungen. Zu denen gehörte eine zentrale Konsumanstalt, also ein Geschäft mit Dingen des täglichen Bedarfs für die Arbeiter.



Arbeiterkolonie Kronenberg

Die Arbeiterkolonie Kronenberg auf einer Übersichtskarte der Bürgermeisterei Altendorf aus dem Jahre 1898 im Maßstab 1:5000 - eingebunden über Wikimedia Commons

Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg
Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg ...ehemalige Arbeitersiedlung der Firma Krupp in Essen - Fotoquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Der Wochenmarkt wurde seit 1874 durch die Konsumanstalt betrieben. Zusätzlich verfügte die Konsumanstalt speziell in der Kolonie Kronenberg über Kolonialwaren, Schuhwaren, eine Schlächterei und sogenannte Manufacturwaren, zu denen man Kurzwaren, Kleidung, Nähmaschinen und Ähnliches zählte. Weitere Gemeinschaftseinrichtungen waren die Bierhalle mit Kegelbahn, Biergarten und angeschlossenem Versammlungssaal für bis zu 1500 Personen sowie eine Poststelle. Auf die ganze Siedlung verteilt gab es weitere Ausgabestellen der Konsumanstalt, eine Apotheke sowie Spielplätze und im Südosten, außerhalb der Kolonie, drei Schulgebäude.


Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg
Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg ...ehemaliger Bahnhof Altendorf Essen-Süd, trug den Namen von 1898 bis 1901, heutiger Name: Essen West; Altes Gebäude war Teil der Arbeiterkolonie Kronenberg - Fotoquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Die katholische Schule im Osten an der Sälzerstraße und die evangelische Schule im Süden der Kolonie waren als Privatschulen, getragen von der Firma Krupp, zur Entlastung der städtischen Schulen eingerichtet und boten, jeweils getrennt für Jungen und Mädchen, acht Jahrgangs-Klassen. Östlich der evangelischen Schule lag die 1877 eröffnete Simultanschule für Kinder beider Konfessionen. In den Jahren 1912 und 1913 wurde das alte Empfangsgebäude des Altendorf-Cronenberg und später Altendorf Essen-Süd genannten Bahnhofes durch das heutige des seit 1901 Essen West genannten Bahnhofes ersetzt. Im Jahr 2011, als man mit Arbeiten für das Kronenberg Center östlich der heutigen Haedenkampstraße begann, wurde in diesem südöstlichen Teil der ehemaligen Kolonie Kronenberg ein Luftschutzbunker für 540 Krupp-Angestellte der Gussstahlfabrik entdeckt.




Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg
Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg Rückwand der ehemaligen Luftschutzanlage der ehemaligen Krupp Gussstahlfabrik an der Haedenkampstraße in Essen-Altendorf - Fotoquelle: Wikipedia - Lizenz: CC0 1.0 Universal


Die etwa einhundert Meter lange unterirdische Anlage des Luftschutzbunkers mit 30 Räumen wurde in den 1930er Jahren erbaut. Von der ursprünglichen Arbeiterkolonie ist nahezu nichts mehr erhalten. Heute befindet sich im westlichen Bereich des Areals der ehemaligen Arbeiterkolonie ein Wohngebiet, meist bestehend aus Nachkriegsbauten. Im größten Bereich, heute östlich der Haedenkampstraße, befanden sich bis Ende 2011 etwas Einzelhandel und einige Brachflächen. Am 24. Oktober 2013 eröffnete hier das Einkaufszentrum Kronenberg Center. Von den Straßenzügen existiert noch die Richterstraße als einst westlichste Straße der Kolonie, sowie die ehemals zentral durch Kronenberg verlaufende Ost-West-Verbindung, die Sälzerstraße.


Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg
Essen-Altendorf - Arbeiterkolonie Kronenberg ...ehemaligen Bierhalle mit Versammlungssaal...


Diese führte im Osten durch das Werksgelände, vorbei an der Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack hin zur Westendstraße, wurde dort zur Werksstraße und durch Fabrikerweiterungen in diesem Abschnitt bald aufgegeben. Das einzig noch heute erhaltene Gebäude der Arbeiterkolonie Kronenberg ist das der ehemaligen Bierhalle etwa aus dem Jahr 1910 mit einem Versammlungssaal für rund 1500 Personen. Es wird seit 1980 von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Essen-Altendorf genutzt. Der Regionalverband Ruhr nahm das Gebäude Anfang 2013 in die Route der Industriekultur auf. [1]


Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack

Essen-Altendorf - Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack
Essen-Altendorf - Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack Blick auf das abgeräumte Zechengelände


Die Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack war ein Steinkohlen-Bergwerk und befand sich in Altendorf, einem heutigen Stadtviertel von Essen. Die Anfänge der Zeche reichen bis zum 17. Jahrhundert. Der heutige bekannte Name geht auf zwei Zechen zurück, die in diesem Gebiet ansäßig waren- zum einen die Zeche Sälzer und zum anderen die Zeche Neuack. Die Geschichte der Zeche Sälzer begann laut urkundlichen Nachweisen bereits 1623, als erstmals ein Stollen Sälzer in Altendorf erwähnt wurde....

Weitere Informationen zur ehemaligen Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack in Essen-Altendorf finden Sie hier....!


Zeche Sälzer-Amalie

Essen-Altendorf - Zeche Sälzer-Amalie
Essen-Altendorf - Zeche Sälzer-Amalie ...ehemalige Anlagen und das Fördergerüst der Zeche Sälzer-Amalie


An der Helenenstraße im Stadtteil Essen-Altendorf liegen die Überreste einer der größten Zechen der Stadt Essen. Die heute noch vorhandenen Tagesanlagen der Zeche Sälzer-Amalie stammen aus den 1930er Jahren. Nach Stilllegung der Schachtanlage im Jahr 1968 wurden die Aufbereitungsanlagen abgerissen, während die übrigen Bauten weitgehend erhalten blieben. Auch zwei Fördergerüste stehen noch, eines davon ein zweigeschossiges Deutsches Strebengerüst....

Weitere Informationen zur ehemaligen Zeche Sälzer-Amalie in Essen-Altendorf finden Sie hier....!


Hauptquartier ThyssenKrupp

Essen-Westviertel
Essen-Westviertel Hauptquartier ThyssenKrupp


Das neue Hauptquartier in Essen von ThyssenKrupp liegt im Zentrum des Krupp-Gürtels. Schon kurz nach der Fertigstellung hat der ThyssenKrupp Konzern einen Großteil der Verwaltungsgebäude bezogen. Die Bürofläche mit mehr als 100.000 Quadratmetern ist schon beeindruckend. Der jetzige Verwaltungsstandort in Düsseldorf wird aufgegeben und nach Essen verlegt. Gleichzeitig haben etwa 2.500 Mitarbeiter und der Vorstand ihre Arbeitsplätze gewechselt. Der Vorstand wird im sogenannten Acre (Bild nebenstehend), einem Tor ähnlichen, 60 Meter hohen Gebäude mit 14 Etagen residieren....

Weitere Informationen zum Hauptquartier des ThyssenKrupp Konzerns im Essener Westviertel finden Sie hier....!


Zechen im Ruhrgebiet und am Niederrhein



Halden im Ruhrgebiet und am Niederrhein

Quellennachweis:


1.: Informationen zur Arbeiterkolonie Kronenberg in Essen-Altendorf stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 16.06.2018!


Fotos Arbeiterkolonie Kronenberg


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