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Zeche Bonifacius

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Blick auf die ehemalige Lohnhalle und das Fördergerüst über Schacht 1



Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Lohnhalle (heute Hotel)



Die Zeche Bonifacius war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der größte Arbeitgeber in Kray. Im Jahr 1913 förderten hier 3.752 Bergleute mehr als 1 Mio. Tonnen Steinkohle im Jahr. Durch den fortschreitenden Einsatz von Maschinen konnte nach dem 1. Weltkrieg die Förderleistung pro Mann und Schicht noch gesteigert werden. 1967 wurde die Schachtanlage in Essen-Kray stillgelegt. Da inzwischen eine Verbindung mit der Zeche Holland in Bochum-Wattenscheid hergestellt war, konnte die Kohleförderung noch sieben Jahre über Holland aufrechterhalten werden. Der erste Schacht war bereits 1857 abgeteuft worden. Er stand auf dem Land von einem der 18 Bauernhöfe, die damals die Bauerschaft Kray und Leithe mit rund 300 Einwohnern bildeten.




Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Fördergerüst über Schacht 1


Ein gewaltiger Wassereinbruch ereignete sich im Jahr 1872 und brachte das Bergwerk für ein Jahr zum Erliegen. Im selben Jahr wurde ein zweiter Schacht niedergebracht, der 25 Jahre später zu Bruch ging. Erst als Bonifacius um die Jahrhundertwende in den Besitz der Gelsenkirchener Bergwerks-AG übergeht, verbessert sich die Ertragslage. Die Tagesanlagen werden durchgreifend neu gestaltet und der Grubenbetrieb modernisiert. Aus dieser Zeit stammen die heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Alte Lohnhalle, Maschinenhalle, Waschkaue und Krankenverbandhäuschen. Dass diese Gebäude noch vorhanden sind, ist vor allem dem Engament des Reifenhändlers Werner Ebert zu verdanken, der nach und nach fast sämtliche Aufbauten und Grundstücke der Anlage erwarb. Eine Erbengemeinschaft sichert den Willen von Werner Ebert, sein Lebenswerk, den Erhalt und die Weiterentwicklung der Zeche Bonifacius, fortzuführen.


Zeche Bonifacius

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius ....ehemalige Elektrowerkstatt...


Ein Fördergerüst und einige Backsteinbauten, das sind heute die Reste der Zeche Bonifacius, die das Dorf Kray in einen Industrieort verwandelt hatten. Wie zuvor erwähnt, standen 18 Höfe hier und etwa 300 Menschen lebten in Kray, als ab 1857 die „Gewerkschaft Vereinigte Bonifacius“ hier eine Zechenanlage mit zwei Malakowtürmen errichtete. Von dieser frühen Anlage ist heute nichts mehr erhalten, denn als nach einigen Unglücksfällen die Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG) 1899 die Zeche übernahm, baute sie Bonifacius zu einer zeitgemäßen Zeche aus. Aus dieser Zeit, den Jahren 1902 - 1905, stammen die erhaltenen Gebäude. Auch wenn heute das Werkstattgebäude fehlt, lässt sich doch die ursprüngliche Anordnung der Bauten um eine Platzanlage nachvollziehen.


Fördermaschinen

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Fördermaschinenhalle


Besonders bemerkenswert ist das ehemalige Verwaltungs- und Kauengebäude im neugotischen Stil, aber auch die kleine Verbandhalle am unteren Ende des Platzes. Auch die Fördermaschinenhallen sind sehenswert. Im Stil weichen sie von den anderen Bauten ab und zeigen Formen des Jugendstils und des Neobarocks. Liebhaber von Fördermaschinen kommen auch auf ihre Kosten:

Eine Zwillings-Dampffördermaschine mit Seiltrommeln der GHH von 1913 und eine Elektrofördermaschine der Firma Siemens-Schuckert von 1914 sind hier zu bewundern.


Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Zechenkolonie der Zeche Bonifacius in Kray


Geschichte

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Foto: Informationen vor Ort - Kulturpfad Kray - Leithe - Krayer Bürgerschaft


Die Zeche Bonifacius ist ein mittlerweile stillgelegtes Bergwerk in Essen-Kray. 1851 konsolidierten mehrere Gewerken ihren Grubenfeldbesitz bei den Ortschaften Kray und Rotthausen unter dem Namen Gewerkschaft Vereinigte Bonifacius. 1857 wird am Bartlingshof (einer von ehemals 18 Bauernhöfen im Dorf Kray, das damals etwa 300 Einwohner besaß) mit dem Abteufen des ersten Schachtes begonnen. Dieser wurde mit einem Malakowturm ausgestattet und nahm 1861 die Förderung auf. Nachdem das Bergwerk 1866 wegen eines Wassereinbruchs teilweise aus der Förderung genommen werden musste, wurde der Schacht standsicher ausgebaut. Ein Eisenbahnanschluss, der 1867 eingerichtet wird, verbesserte die anfangs schwierige Absatzsituation. 1870 förderten rund 600 Beschäftigte in diesem Steinkohlebergwerk jährlich 188.000 Tonnen Kohle.


Bergarbeiterkolonie

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Essen-Kray - Zeche Bonifacius ....ehemaliges Steigerhaus in der Bergarbeiterkolonie...


Das Industriezeitalter begann für Kray mit der Gründung der Zeche Bonifacius im Jahr 1857. Der Ort wuchs stetig und schon 1870 wurde die erste Bergarbeiterkolonie gegründet. Zeche und Siedlung Bonifacius sind heute Teil der Industriekultur der ehemaligen Stahl- und Zechenstadt Essen. Der Stadtteil Kray ist damit im Besitz eines denkmalgeschützten Ensembles aus dem Übergang vom 19. in das 20. Jahrhundert. Der Denkmalschutz der Häuser in der Bonifaciussiedlung ist mittlerweile umstritten. Aber gerade deswegen lohnt es sich, Zeche und Siedlung genauer kennenzulernen und Näheres zu ihrer Geschichte und Bedeutung zu erfahren.


Bergwerksgesellschaft Vereinigte Bonifacius

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Essen-Kray - Zeche Bonifacius ...ehemalige Zufahrt mit Tor zum Schachtbereich von Schacht 2....


1872 wurde die bergrechtliche Gewerkschaft Bonifacius in die Bergwerksgesellschaft Vereinigte Bonifacius (als Aktiengesellschaft) umgewandelt, um mit einer größeren Menge an Kapital weitere Ausbauten vornehmen zu können. 1872 bis 1878 wurde neben Schacht 1 der Schacht 2 niedergebracht. Dieser wurde ebenfalls mit einem Malakowturm ausgestattet und dieser übernahm die Hauptförderung der Zeche. 1887 wurde auf dem Betriebsgelände eine Kokerei in Betrieb genommen. 1897 bis 1899 setzten mehrere Unglücksfälle die Zeche zeitweise außer Betrieb. Zuerst ging Schacht 2 zu Bruch und musste neu abgeteuft werden. Dann brannte der Malakowturm über Schacht 1 ab.


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Essen-Kray - Zeche Bonifacius Betriebsgelände von Schacht 3 - Wetterschacht und Spülschacht


Spül- und Wetterschacht (Schacht 3)

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Essen-Kray - Zeche Bonifacius Schachtgelände von Schacht 3 (oben links)


Die durch diese Geschehnisse finanziell stark in Mitleidenschaft gezogene Bergwerksgesellschaft Ver. Bonifacius wurde noch im Jahr 1899 von der Gelsenkirchener Bergwerks-AG aufgekauft, die damit ihren Grubenbesitz abrunden konnte. Ferner wurde 1898 bis 1899 ca. 1 Kilometer südlich des Hauptschachtgeländes am Krayer Volkspark, Dortmunder Straße, ein Wetterschacht Bonifacius 3 niedergebracht, der bereits 1968 wieder verfüllt wurde. Es sind noch einige Gebäude erhalten, u.a. das Magazinhaus in Backsteinoptik - teilweise sind die Fenster und Türen zwecks heutiger moderner Nutzung verkleinert worden - und das Kauengebäude. Der Schacht 3 befindet sich im hinteren Teil des ehemaligen Schachtgeländes, das ansonsten abgeräumt ist. Die heutige Nutzung ist nicht klar erkennbar.


Schacht 4

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Schachtgelände von Schacht 4 mit ehem. Schlosserei und dem Maschinenhaus (Mitte rechts)


Ein im Jahr 1892 im nördlichen Teil des Grubenfeldes zur Grenze Gelsenkirchen-Rotthausen, Halterner Straße, niedergebrachter Spülschacht wurde fortan als Schacht 4 bezeichnet. Dieser wurde im Jahr 1956 verfüllt. Allerdings sind die damals errichteten Gebäude - u.a. Maschinenhaus und Schlosserei - noch fast alle erhalten. Das frühere Lohnbüro wird z.B. als Wohnhaus genutzt. Auch die Stahltoranlage der Zufahrt zum Schachtgelände ist noch in Betrieb. Ein Betrieb für Garten- und Landschaftbau befindet sich heute auf dem ehemaligen Gelände von Schacht 4, das nicht frei zugänglich ist. Südlich des ehem. Zechengeländes der Zeche Bonifacius Schacht 4 führt die Trasse der Kray-Wanner Bahn in Richtung Bochum- Wattenscheid und weiter nach Gelsenkirchen.


Schacht 5

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Essen-Kray - Zeche Bonifacius Schachtgelände von Schacht 5 mit Schachtkennzeichnung


Das Betriebsgelände der Zeche Bonifacius Schacht 5 liegt heute umzäunt und fast völlig von der Vegetation überwachsen an der Lange Str. in Essen-Kray. Schacht 5 war als Wetterschacht/Luftschacht konzipiert und wurde 1947 abgeteuft und erreichte eine Teufe von 670 m. Die Inbetriebnahme erfolgte 1952 und bereits 1967 wurde der Schacht stillgelegt. Allerdings wurde der Wetterschacht noch bis zum Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts von der Zeche Zollverein weitergenutzt. Das Stahltor an der Zufahrt zum Schachtgelände ist noch vorhanden. Auf dem Schachtgelände ist der Schacht 5 mit einem Rohr und einem Infoschild mit den Daten des Wetterschachts gekennzeichnet.


Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius ...ehem. Kokereigelände....


Kokerei & Brikettfabrik

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Essen-Kray - Zeche Bonifacius Zufahrt zum ehem. Kokereigelände


Der Wechsel im Besitzstand der Zeche Bonifacius führte zu dem Wiederaufbau und Ausbau der gesamten Zechengebäude in moderner Form. Schacht 1 erhielt nun ein Fördergerüst und wurde als Hauptförderschacht mit elektrischen Fördermaschinen ausgebaut. 1908 wurde neben der Kokerei noch eine Brikettfabrik für Esskohlen-Briketts auf der Schachtanlage 1/2 eingerichtet. Diese existierte bis zum Jahr 1925, als schon Absatzschwierigkeiten einsetzten. Die alte Kokerei wurde im Anschluss der Neuerrichtung der Brikettfabrik durch einen Neubau mit 240 Koksöfen ersetzt. Die Kokerei bestand bis zum Jahr 1931, danach wurde sie stillgelegt. Das ehemalige Gelände der Kokerei und der Brikettfabrik ist vollständig geräumt worden- lediglich die Zufahrt mit dem Stahltor ist noch vorhanden.


Halden der Zeche Bonifacius

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Weg zum Haldenplateau


Ein Teil des ehem. Kokereigeländes ist heute als Gewerbegebiet ausgewiesen und trägt den Namen Bonifaciusring. Im Süden des ehem. Kokereigeländes befindet sich eine der beiden Halden der Zeche Bonifacius. Das Gelände liegt im östen Teil des Zechenareals und ist heute als Halde gar nicht mehr wahrnehmbar, da die Fläche bewaldet ist. Zwei Wege führen vom heutigen Radweg, der auf der Trasse der Kray-Wanner-Bahn gebaut worden ist, auf die Halde hinauf. Der erste Weg liegt 350 m weiter östlich vom Hauptweg zur Halde und führt in Richtung Kray zur Grimbergstraße. Der Hauptweg (gegenüber dem Bonifaciusring) schlängelt sich etwa 500 m weiter höher und trifft nach Überquerung des Sattels der Halde auf den östlichen Zugang. Eine erste Bergehalde der Zeche im nördlichen Bereich ist heute nicht mehr vorhanden.


Nachkriegszeit

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Kennzeichnung von Schacht 5 auf dem ehem. Betriebsgelände


1935 erfolgte der stufenweise Ausbau der Hauptschachtanlage 1/2 zur zentralen Förderanlage. Nach Grunderneuerung der Aufbereitungsanlagen erhielt Schacht 2 nun ein zweigeschossiges Vollwandstrebengerüst, und wurde mit einer Großraumwagenförderung ausgestattet. Schacht 2 übernahm die Hauptförderung. Im Kriegsjahr 1945 musste die Zeche die Förderung zeitweise einstellen, auch wenn die Zerstörungen der Tagesanlagen nicht von großem Umfang waren. Nach der Wiederinbetriebnahme der Zeche wurde von 1947 bis 1952 an der Grenze nach Wattenscheid, Lange Straße, der neue zentrale Wetterschacht Bonifacius 5 abgeteuft.


Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Maschinenhalle


Die Zeche Bonifacius verfügte an der Hauptschachtanlage 1/2, Rotthauser Straße, über einen Straßenbahn-Gleisanschluß, über den in der Nachkriegszeit von der „Bergischen Kleinbahn“ Kohlentransporte über die Strecke Kray - Steele - Kupferdreh - Nierenhof - Langenberg - Neviges nach Wuppertal durchgeführt wurden. Die Förderung betrug bald wieder 1 Million Tonnen jährlich bei 2.600 Beschäftigten. Die Kohlenkrise führte nun dazu, dass die Gelsenkirchener Bergwerks-AG begann, ihren Grubenfeldbesitz nach und nach zusammenzufassen. Für den Raum Kray/Wattenscheid wurde die Zusammenfassung von Kapazitäten beschlossen. 1967 erfolgte der Förderverbund von Zeche Holland und Zeche Bonifacius, wobei die Förderanlage Holland 3/4/6 als alleiniger Förderstandort aufrechterhalten wurde. [1]


Zeche Bonifacius heute

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Fördergerüst der ehemaligen Zeche Bonifacius über Schacht 1


Bei Anschluss der Zeche Holland (Wattenscheid - heute Bochum) an die Zeche Zollverein wurden Schacht 1 und 5 ebenfalls mit übernommen. Der nicht mehr benötigte Schacht 2 mit den Aufbereitungsanlagen wurde abgeworfen und abgebrochen. Anfang der 1980er Jahre erfolgte die endgültige Aufgabe der Grubenfelder Holland und Bonifacius. Viele Betriebsgebäude sowie das Fördergerüst über Schacht 1 sind erhalten und werden heute gastronomisch und kulturell genutzt. Gegenüber der ehemaligen Lohnhalle befindet sich die Maschinenhalle, in der sich die sogenannte „Weinzeche“ seit 1997 eingefunden hat. Auch die Bereiche der ehemaligen Schachtanlagen sind noch vorhanden, allerdings nicht überall zugänglich. [1]

In der ehemaligen Lohnhalle befindet sich seit September 2004 das Kultur- und Tagungshotel Alte Lohnhalle.

Adresse:

Über Tage

Restaurant im Hotel Alte Lohnhalle

Rotthauser Str.40
45309 Essen,

Telefon: +49(0)201.857.657.70

E-Mail: Willkommen@Restaurant-Ueber-Tage.de

Internet: restaurant-ueber-tage.de/de/zuhause/


Informationen:

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Alte Lohnhalle



Adresse:

Zeche Bonifacius

Rotthauser Straße 46a
45309 Essen-Kray

Deutschland - Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0201 | 8 55 41 81

Internet: www.zeche-bonifacius.de

Führungen:

...
jeden 1. Samstag im Monat
Anmeldung bis freitags 15.00 Uhr erforderlich
unter: Telefon: 02 01| 8 55 41 81


Zechen im Ruhrgebiet und am Niederrhein



Quellennachweis:

Essen-Kray - Zeche Bonifacius
Essen-Kray - Zeche Bonifacius Schienen der ehem. Zechenbahn


1.: Die Informationen zur Geschichte der Zeche Bonifacius in Essen-Kray basieren auf dem Artikel Zeche Bonifacius, Stand vom 19.02.2008 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos Zeche Bonifacius


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