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Zeche Rudolph

Essen-Kettwig - Zeche Rudolph
Essen-Kettwig - Zeche Rudolph Blick auf das Maschinenhaus



Überblick

Essen-Kettwig - Zeche Rudolph
Essen-Kettwig - Zeche Rudolph Teil des Machinenhauses



Zu den Zechen im Kettwiger Raum gehört die ehemalige Kleinzeche Rudolph im Landschaftsbereich von Oefte (noch Kettwiger Gebiet). Frühe Spuren des Bergbaus in Kettwig lassen sich in die Zeit vor 1637 datieren. Diese Zeche war ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk in Essen-Kettwig-Oefte. Die höchste Förderung der Zeche lag bei max. 49.296 Tonnen. Das Bergwerk hat eine über 130-jährige Geschichte. Die Zeche Rudolph wurde während seiner Betriebszeit mehrmals stillgelegt und wieder in Betrieb genommen. Bereits vor dem Jahr 1830 wurde oberhalb der Stollensohle im Stollenbau Steinkohle gewonnen. Das Stollenmundloch befand sich im Bereich der Ruhr in der Nähe des heutigen Haus Oefte.

Essen-Kettwig - Zeche Rudolph
Essen-Kettwig - Zeche Rudolph Oefter Bach


Die Zechenruine liegt im Oefter Wald in einer leicht hügeligen Landschaft unweit des Oefter Bachs. Das Gelände war noch im Jahr 2010 stark zugewachsen und das ehemalige Maschinenhaus der Zeche war vor lauter Pflanzenbewuchs kaum zu erkennen. Mittlerweile ist der Wildwuchs heruntergeschnitten worden und man kann die Ruine gut besichtigen. Hier finden Sie die ältesten erhaltenen Teile der einstigen Ruhrzeche und nicht auf den ersten Blick wird klar, was es hier zu sehen gibt. Weiter unten am südlichen Ruhrufer in der Nähe zum Haus Oefte befand sich das Stollenmundloch, wo die abgebaute Kohle zu Tage kam. Hier war auch der Bereich, an dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Förderung wieder aufgenommen wurde. Heute ist dieser Teil der ehemaligen Steinkohlenzeche überbaut mit einer Golfanlage des Essener Golfclubs Haus Oefte e.V. an der Laupendahler Landstraße.


Geschichte

Essen-Kettwig - Zeche Rudolph
Essen-Kettwig - Zeche Rudolph Maschinenhaus


Etwa um das Jahr 1831 wurde ein Schacht für die Förderung der abgebauten Kohlen genutzt. Im Laufe des gleichen Jahres wurde das Bergwerk in Fristen gelegt. Am 27. März konsolidierte die Zeche Rudolph mit der Zeche Catharina Wilhelmina zur Zeche Vereinigte Rudolph. Die Berechtsame umfasste nun drei Geviertfelder. Im Jahr 1872 wurde das Bergwerk wieder in Betrieb genommen. Zu diesem Zeitpunkt war die Lagerstätte oberhalb der Stollensohle bereits abgebaut. Es wurde begonnen, einen tonnlägigen Schacht abzuteufen. Im Jahr 1875 erreichte der Schacht eine Teufe von 50 Metern, in dieser Teufe befand sich die Bausohle.


Essen-Kettwig - Zeche Rudolph
Essen-Kettwig - Zeche Rudolph Fenster des Maschinenhauses


Im Jahr 1878 wurde das Bergwerk erneut stillgelegt. Im Jahr 1886 planten die Gewerken, einen neuen Tiefbau zu errichten. Da nicht genügend Kapital zusammengebracht werden konnte, wurde der Plan nicht umgesetzt. Im Jahr 1893 wurde ein neuer Stollenbetrieb in Betrieb genommen, jedoch wurden keine Kohlen abgebaut. Im darauffolgenden Jahr wurde das Bergwerk erneut stillgelegt. Gegen Ende des Jahres 1898 wurde das Bergwerk wieder in Betrieb genommen. In diesem Jahr wurden zwei Bergleute beschäftigt. Im Jahr 1899 wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht Wilhelm begonnen. Der Schacht wurde in Heidhausen westlich der heutigen Straße Zum Timpen angesetzt. Die Berechtsame umfasste zu diesem Zeitpunkt vier Geviertfelder.


Essen-Kettwig - Zeche Rudolph
Essen-Kettwig - Zeche Rudolph Mauer am Holzplatz


Die Belegschaftsstärke war mittlerweile auf 46 Beschäftigte angewachsen. Im Jahr 1900 wurden auf der 90-Meter-Sohle zwei Querschläge aufgefahren. Ein Querschlag wurde 300 Meter in nördlicher Richtung, der andere 300 Meter in südlicher Richtung aufgefahren. Im selben Jahr wurden die Teufarbeiten wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Bei einer Teufe von 100 Metern wurde die Sutan-Störung angefahren. Am 9. Januar des darauffolgenden Jahres meldeten die Bergwerksbesitzer Konkurs an, das Bergwerk wurde stillgelegt. In den Jahren 1925 und 1926 wurde noch einmal Stollenbau betrieben. Der Stollen befand sich 100 Meter entfernt vom Scheuner Hof. Dieser Stollenbau blieb jedoch erfolglos.


Essen-Kettwig - Zeche Rudolph
Essen-Kettwig - Zeche Rudolph Schacht- oder Stollenzugang


Am 12. April des Jahres 1948 wurde das Bergwerk unter dem Namen Zeche Rudolf wieder in Betrieb genommen. Das Bergwerk wurde zunächst als Kleinzeche an der Laupendahler Straße betrieben. Besitzer dieser Kleinzeche war zuerst M. Knab. Die Berechtsame umfasste zu diesem Zeitpunkt vier Geviertfelder. Im Januar des darauffolgenden Jahres wurde der Betrieb wieder eingestellt. Am 9. April des 1951 übernahm ein Herr Albrecht das Bergwerk, später übernahm die Rudolph GmbH das Bergwerk. Zeitgleich mit dem Besitzerwechsel wurde das Bergwerk wieder in Betrieb genommen. Im Jahr 1953 wurde das Bergwerk umbenannt in Zeche Rudolph. Im Jahr 1957 hatte das Bergwerk bereits drei Wetterschächte und einen Förderschacht. Die Fördersohle befand sich in einer Teufe von 60 Metern. Am 20. Mai des Jahres 1966 wurde die Zeche Rudolph endgültig stillgelegt.


Was gibt es zu sehen?

Essen-Kettwig - Zeche Rudolph
Essen-Kettwig - Zeche Rudolph ...im Maschinenhaus...


Bereits unmittelbar nach der Stilllegung 1966 wurden die Gebäude teilweise entkernt, das heißt, es wurden sämtliche maschinellen Einrichtungen ausgebaut. Auch die Metallfenster wurden entfernt. Heute steht noch das Maschinenhaus, in dem die Maschinenfundamente zu erkennen sind. Eisenstangen mit Gewinden ragen aus den Fundamenten empor, an denen wahrscheinlich die ehemaligen Maschinen befestigt waren. Im westlichen Bereich des alten Zechengeländes existiert noch eine Mauer, ferner sind die Grundmauern von anderen Gebäudeteilen vorhanden. Im Norden der Zechenanlage bin ich auf einen Schacht oder Stollen gestoßen, der allerdings durch schwere Eisenstäbe gesichert ist.


Essen-Werden
Essen-Werden ...ehem. Gaststätte "Zum Timpen" - jetzt privates Wohnhaus - auf dem Weg zum Oefter Bach...


Man kann durch die Stäbe in den Raum dahinter (Schacht oder Stollen?) schauen- nur viel erkennen kann man nicht. Wie kommt man zur ehemaligen Zeche Rudolph? Eine Besichtigung des Geländes läßt sich hervorragend mit einem Sonntagsausflug und dem Besuch des Landgasthauses Oefterwald verbinden, wo Sie sich vor oder nach der Erkundung des Geländes stärken können. Auch ohne die alte Zeche ist die Landschaft um Haus Oefte eine Attraktion, besonders im Frühjahr, wenn hier alles grünt und blüht. In früheren Zeiten gab es hier etwas weiter südlich noch eine zweite Gaststätte, das Gasthaus "Zum Timpen", das allerdings schon längere Zeit geschlossen ist.


Anfahrt:

Essen-Werden
Essen-Werden Landgasthaus Oefterwald


Von Essen-Werden über die Laupendahler Landstraße bis zur ehemaligen Papiermühle, hier links in die Straße "In der Borbeck" einbiegen und weiter den Berg hoch an der alten Zeche Pauline vorbei und auf dem Kutschenweg über die Straße "Zum Timpen" bis zum Landgasthaus. Zur Zeche Rudolph von hier zu Fuss etwa 750 Meter weiter in südlicher Richtung gehen bis zum Oefterbachtal, hier nach rechts wenden und dem Bachlauf etwa 400 Meter folgen und dann - mit einem kleinen, aber steilen Aufstieg - nach rechts in den Wald. Schon bald kommen die ersten Mauerreste in Sicht und schließlich das Maschinenhaus. Bitte trotz aller Begeisterung Vorsicht im Gelände und in der Ruine walten lassen- Kinder unbedingt beaufsichtigen.

Adresse:

Landgasthaus Oefterwald

Oefte 21
45239 Essen, Deutschland

Telefon: 0201 / 403415

E-Mail: landgasthaus@oefterwald.de

Internet: www.oefterwald.de


Zechen im Ruhrgebiet und am Niederrhein

Quellennachweis:


Die Informationen zur Zeche Rudolph in Essen-Kettwig-Oefte (Essen) basieren auf dem Artikel Zeche Rudolph (Essen) (Stand vom 25.04.2013) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos der Kleinzeche Rudolph