Kastell Holten

Oberhausen - Holten - Kastell
Oberhausen - Holten - Kastell Kastell Holten - Foto: Wikimedia Commons - Autor: B. Gutleben - Lizenz: s.u.



Überblick

Oberhausen - Holten - Kastell
Oberhausen - Holten - Kastell Kastell Holten



Die erste Erwähnung Holtens als Burgort ist ab 1188 durch den Verkauf eines Teils der Burg an den Erzbischof von Köln dokumentiert. Um 1250 wird wieder ein Teil der Burg an den Erzbischof von Köln verkauft. 1255 schenkt Mechtild von Holte dem Kloster te Defth (Zisterzienserkloster - Grafenmühle) die Sterkrader Kirche mit dem Patronatsrecht und allen Einkünften. 1281 stiftet sie dem Kloster Sterkrade (Zisterzienserkloster) die Siedlung Biefang (Bivanc). Im gleichen Jahr stirbt ihr Sohn Johannes von Arberg.

Sie überträgt dem Johanniterorden die Kirche zu Walsum mit dem Patronatsrecht und allen Einkünften. 1299 heiratet ihre Enkelin Mechtild von Holte und Arberg den Grafen Engelbert von der Mark, der um 1307 die Burg neu erbaut.




Geschichte Kastell Holten

Oberhausen - Holten - Kastell
Oberhausen - Holten - Kastell ...ehemaliger Sitz des Amtes Holten-Beeck...


Die bereits im 11. Jahrhundert bestehende Wasserburg der Herren von Holte gilt „als Keimzelle des Städtchens“. Als erster Burgherr ist Everwin(us) von Holte(n) namentlich überliefert, der zwischen 1151 und 1184 in verschiedenen Urkunden erwähnt ist. Seine bekannteste Nachfahrin ist die Edelherrin Mechthild von Holte, die unter anderem den Aufbau des benachbarten Zisterzienserinnen-Klosters in Sterkrade durch Übertragung des Kirchenpatronats und verschiedene Schenkungen begünstigte. Nach ihr ist die heutige Mechthildisstraße im alten Holtener Ortskern benannt. [1]


Oberhausen - Holten - Kastell
Oberhausen - Holten - Kastell Kastell Holten


Als ihre gleichnamige Enkelin 1298 Engelbert II. von der Mark heiratete, fiel Holten mit seinem Umland an die Grafschaft Mark. Um das am Rande seines Herrschaftsbereichs gelegene Territorium gegen die angrenzende Grafschaft Kleve zu sichern, die das benachbarte Dinslaken kurz zuvor befestigt und zur Stadt erhoben hatte, ließ Engelbert im Jahr 1307 die alte Burg zum Kastell Holten ausbauen. 1310 erhielt der nunmehr befestigte und mit einer Stadtmauer versehene Ort Holten die Markt- und Stadtrechte. 1319 bewirkte Engelbert die kirchliche Unabhängigkeit Holtens von Walsum und beförderte die Gründung einer eigenen Gemeinde und den Bau einer Kirche.


Oberhausen - Holten - Kastell
Oberhausen - Holten - Kastell Kastell Holten


Als wenige Generationen später die Grafschaften Mark und Kleve im Herzogtum Kleve vereinigt wurden, büßte Holten seine strategische Bedeutung ein und fristete mehrere Jahrhunderte lang ein karges Dasein in einer weitgehend unwegsamen und unwirtlichen Umgebung. Die seit dem 17. Jahrhundert zu Brandenburg-Preußen gehörige Stadt verfügte zu keiner Zeit über mehr als 150 Häuser. Die allmählich verfallenden Befestigungsanlagen wurden 1780 geschleift.

Unter der napoléonischen Fremdherrschaft verlor Holten das Stadtrecht, wurde aber zur Mairie ernannt. Nach der Wiedereingliederung in den preußischen Staatsverband wurde dies durch die Einrichtung einer Bürgermeisterei bestätigt.


Oberhausen - Holten - Kastell
Oberhausen - Holten - Kastell Kastell Holten


Die eigentliche Gemeinde Holten trug, obwohl sie kein Stadtrecht mehr besaß, im 19. Jahrhundert den amtlichen Namen Stadt und Feldmark Holten. Daneben gehörten die vier Gemeinden Amt Holten, Sterkrade, Hamborn und Beeck zur Bürgermeisterei Holten, die damit weite Teile der heutigen Städte Duisburg und Oberhausen umfasste und im Duisburger Norden über Laar und Marxloh bis an den Rhein reichte; das gesamte Gebilde hatte 1810 allerdings nur 3622 Einwohner.


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Oberhausen - Holten - Kastell Gedenktafel in der Nähe des Eingangs zum Kastell
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Oberhausen - Holten - Kastell Kastell Holten


In Zusammenhang mit der durch den Aufbau der Industrie an Rhein und Ruhr teilweise rasanten Bevölkerungsentwicklung im 19. Jahrhundert kam es zu zahlreichen Verwaltungsneugliederungen. Die zunächst zum Kreis Dinslaken gehörige Bürgermeisterei Holten gehörte von 1823 bis 1874 zum Kreis Duisburg und von 1874 bis 1887 zum Kreis Mülheim an der Ruhr. 1885 kam es zur Auflösung der Bürgermeisterei Holten, die auf die beiden neuen Bürgermeistereien Beeck und Sterkrade aufgeteilt wurde. Die beiden Landgemeinden Stadt und Feldmark Holten sowie Amt Holten gehörten nun zur Bürgermeisterei Sterkrade im Kreis Ruhrort.


Oberhausen - Holten - Kastell
Oberhausen - Holten - Kastell Kastell Holten


Am 1. April 1908 wurden die beiden Gemeinden Stadt und Feldmark Holten und Amt Holten zur Gemeinde Holten zusammengeschlossen. Als am 1. April 1913 Sterkrade das Stadtrecht erhielt, wurde Holten kurzzeitig wieder eine eigene Bürgermeisterei. Bereits 1917 wurde Holten aber in die Stadt Sterkrade eingemeindet, wobei im Westen rund 230 Hektar mit etwa 900 Einwohnern an Hamborn fielen. 1929 kam Holten im Zuge der kommunalen Neuordnung mit Sterkrade in die neu gebildete Großstadt Oberhausen.


Wappen und Banner

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Oberhausen - Holten - Kastell Holtener Wappen im Festsaal Kastell Holten - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Juergenk59 - Lizenz: s.u.


Blasonierung:

„In Gold (Gelb), geteilt durch einen gespaltenen Balken; vorn ein rot-silberner (weißer) Wolkenschnitt (oder -feh) und hinten in drei Reihen je dreifach geteilt in Silber (Weiß) und Rot geschacht.“

Das Wappen entstammt einem alten Stadtsiegel aus dem 13. Jahrhundert. Es vereint die Symbole der Mechtild von Holte(n) (Wolkenfeh) und Engelbert II. von der Mark (Schachbalken).

Die ehemalige Stadt Holten führte ein Banner Rot-Weiß (Silber)-Rot im Verhältnis 2:5:2, längsgestreift mit dem beschriebenen Wappenschild in der Mitte. [1]


Park am Kastell

Oberhausen - Holten - Kastell
Oberhausen - Holten - Kastell Park am Kastell Holten


Noch im Oberhausener Heimatbuch aus dem Jahre 1964 heißt es zum Kastell Holten:

„Umgeben von hochragenden Pappeln und der prächtigen, fast 1000jährigen Lindengruppe, vermittelt das Kastell dem Betrachter einen lebendigen Eindruck und lässt seine einstige Wucht und Schönheit erkennen“.

Gemeint ist die Baumgruppe am heutigen Kriegerdenkmal. Geschichtlich wird 1307 darüber berichtet, dass Engelbert von der Mark einen "neuen Bau" in Holten errichtet. Die Grafen von der Mark waren im Grenzstreit um das Holtener Land – der Ort Holten erhielt 1310 die Stadtrechte – Sieger geblieben gegen die Grafschaft Kleve. Sie bauten das Kastell und stationierten dort Grenzwachen. Allerdings 27 Jahre nach dem Tod von Graf Engelbert II. von der Mark (1328) werden Burg und Stadt Holten klevisches Lehen! [1]




Holten heute

Oberhausen - Holten
Oberhausen - Holten Marktplatz in Holten


Bei einem Rundgang durch das traditionsbewußte Holten sieht man viele liebevoll gepflegte Häuser und Vorgärten. Manches Haus hat eine lange und bewegte Geschichte zu erzählen. Der Park vor dem Kastell rundet den Gesamteindruck des historischen Bauwerks ab. 1960 feierte der Stadtteil sein 650jähriges Bestehen- 2010 steht die 700 Jahr-Feier an. 1971 erfolgte der Wiederaufbau des Kastell Holten durch die Bürgerschützengilde. 1986 wird eine alte Tradition neubelebt: Nachtwächter ziehen wieder durch Holten....

Weitere Informationen zum Oberhausener Stadtteil Holten finden Sie hier....!


Kirchen in Holten

Oberhausen - Holten - Kirchen
Oberhausen - Holten - Kirchen ....katholische Kirche St. Johann in Holten....


Im Oberhausener Stadtteil Holten gibt es zwei Kirchen, die beide über eine reiche Geschichte verfügen- die evangelische Kirche an der Kastellstraße und die katholische Kirche St. Johann (Johannes der Täufer) an der Mechtildisstraße 3. Der Baukörper der katholischen Kirche St. Johann stammt aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt aus dem Jahr 1875. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Kirche auf dem Platz einer Vorgängerkirche neu errichtet. Die evangelische Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe schwer beschädigt und....

Weitere Informationen zu den Kirchen im Oberhausener Stadtteil Holten finden Sie hier....!


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Quellenhinweis:


1.
Die Informationen zur Geschichte des Oberhausener Stadtteils Holten basieren auf dem Artikel Stadtteil Holten (Stand vom 21.09.2024) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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Fotos Kastell Oberhausen-Holten